Foto: alt-alfeld.de

Folge 2: Die Kurze Straße:

Etablierte Einkaufszone mit viel Tradition und Frauenpower 
… und selbst Uwe Seeler war schon da

Was war, was ist, was wird vielleicht sein?
In einer Serie stellt Ihnen die SIEBEN: regional Alfelds Innenstadtstraßen vor. Wir danken Matthias Quintel und Thorsten Schütz, dass sie uns ihre Fotoschätze der Seite alt-alfeld zur Verfügung stellen und den Stadtführern des Vereins für Heimatkunde für Hinweise auf Besonderheiten, die einige Gebäude zu bieten haben. Gehen Sie, liebe Leser*innen, mit offenen Augen, die auch mal nach oben oder ganz nach unten gerichtet sein dürfen, durch die Innenstadt und wenn Sie mehr wissen wollen: Stadtführung über das Bürgeramt Alfeld buchen oder auf www.alt-alfeld.de stöbern.       

1.11.2020 (sr)

Der Straßenname geht auf die kurze Verbindung von der Leinstraße zur Winde zurück. Geschäftshäuser säumen die Kurze Straße. Möbel, Bücher, Herde, Fotografenkunst, Lotto und Lederwaren, Tapeten, Bastel- und Geschenkartikel und Backwaren wurden hier verkauft. Die Gründe des Angebotswechsels sind unterschiedlich: Geschäftsaufgabe aus Altersgründen, Angebot nicht mehr zeitgemäß oder die Online-Konkurrenz. Aber die Geschäftsstraße ist geblieben. Leistungen und Engagement der Anbieter sind gefragt. 

Im Haus Nr. 1 hat sich das Handwerk gehalten. Das Foto oben aus dem Jahr 1912 beweist es. „Ich bin stolz darauf seit nun mehr als 20 Jahren die Kunst des Friseurhandwerks in diesem Traditionshaus fortzuführen“, sagt Birgit Richter-Ansorge. Im Mai 2000 hat sie den damaligen Friseurbetrieb von Erhard Plaschke übernommen. Für die Friseurmeisterin ist der Standort durch die schnelle Erreichbarkeit vom Seminarparkplatz aus perfekt geeignet. Gemeinsam mit ihrem Team bietet sie ihren Kunden einen entspannten Friseurbesuch im stimmigen Ambiente.

Marvin Stadie, Birgit Richter-Ansorge und Marion Krüger sind mit Spaß am Handwerk für Sie da. Foto: Susanne Röthig
Kurze Straße 1: Auch vor 120 Jahren wurden hier Haare geschnitten.  Foto: Susanne Röthig

Büchsenmachermeisterin und Inhaberin von Sport&Jagd Friedhoff Inga Steinmann setzt die Familientradition in 3. Generation fort. Ihre Großeltern Wilhelm und Frieda Friedhoff hatten 1947 die Genehmigung der Besatzungsmächte erhalten, das Geschäft von Wilhelm Voß an der Bahnhofstraße zu übernehmen. Wilhelm Voß war Wilhelm Friedhoffs Lehrherr während der gemeinsamen Arbeitszeit beim Waffenhersteller Burgsmüller in Kreiensen. „Meine Mutter war eine sehr zukunftsorientierte Frau, neben der Jagdwaffenpflege und -instandsetzung wurde das Geschäft durch Sportartikel und Angelzubehör erweitert“, erklärte Regina Steinmann. 1953 verlegten die Friedhoffs den Betrieb an die Kurze Straße. Zuvor verkaufte hier die Familie Wiegand Herde und Zubehör für Öfen. Besonders in Erinnerung geblieben ist Regina Steinmann, die das Geschäft ab 1988 gemeinsam mit ihrem Mann Erich Steinmann weiterführte, der Besuch von Uwe Seeler. Als Adidas-Vertreter gab dieser 1961 eine Autogrammstunde. „Wir mussten die Besucher vorne in den Laden hereinlassen und über den Hof wieder nach draußen führen, so groß war der Ansturm“, erzählt sie. Tochter Inga übernahm das Geschäft 2015. „Das ist hier eine richtig gute Geschäftsstraße. Unsere Kunden schätzen den persönlichen Service und die Beratung. Mit unserem Online-Shop haben wir uns eine zusätzliche Verkaufsmöglichkeit geschaffen, die gut läuft. Schade finde ich, dass aufgrund der Seveso III-Richtlinie in Alfeld die Räder so gut wie stillstehen. Viele geplante Projekte können nicht umgesetzt werden. Besonders der Kaiserhof fällt dabei Stadtbesuchern negativ ins Auge.“

Bilder erinnern an die Familientradition von Sport&Jagd Friedhoff, die im modernen und zeitgemäßen Ambiente fortgeführt wird. Die Kunden profitieren von langjähriger Erfahrung, dem persönlichen Kontakt und den qualitativ hochwertigen Produkten. Für Inga Steinmann (von links), Laura Varga, Katja Lehnst, Regina und Erich Steinmann ist eine individuelle Beratung selbstverständlich. Außerdem gehört noch Nicole Brökelmann zum Team.  Foto: Susanne Röthig
Für Fußballbegeisterte ein Pflichttermin: Uwe Seeler gibt 1961 eine Autogramm-stunde im Sport- und Jagdhaus Friedhoff. Foto: alt-alfeld.de

Auch Sabine Grunau-Terwort kann von Familientradition erzählen. Ihr Großvater hat die Gärtnerei Ende der 1930er Jahre in Banteln gegründet und in den 1960er Jahren ein Ladengeschäft an der Kurzen Straße 3 (heute 1. Alfelder Softdart-Club) eröffnet. Sohn Ernst Terwort und dessen Frau Margitta führten die Tradition fort. 1970 erfolgte dann der Umzug an den heutigen Standort. „Zuvor hatte die Volksbank hier ihre Filiale. Den Tresor gibt es heute noch, er ist allerdings hinter Wänden verschwunden und nicht mehr nutzbar“, so die 53-Jährige, die mit ihrem Bruder Jan Terwort vor 15 Jahren das elterliche Geschäft übernommen hat. „Anfangs hatte ich immer mit einem größeren Laden in der Leinstraße geliebäugelt, aber der Hinweis meiner Mutter, dass nicht jeden Tag Weihnachten oder Muttertag sei, ist ja nicht von der Hand zu weisen“, sagt die Floristin. „Der Standort hier ist optimal und wir haben in der Straße ein gutes Miteinander. Parkmöglichkeiten vor der Tür fehlen mir überhaupt nicht“, erklärt Sabine Grunau-Terwort. „Wir sind hier gut erreichbar und bei Bedarf liefern wir auch.“ Zur Gärtnerei mit angeschlossenem Hofverkauf in Banteln und dem Geschäft Kurze Straße 6 gehören noch Marktstände in Elze, Gronau und Alfeld.

Nicole Flickinger (von links), Marion Hawel-Stobbe, Sabine Grunau-Terwort und Silke Müller haben für jeden Anlass die passende Floristik. Foto: Susanne Röthig

„Wir informieren, begleiten und unterstützen alle Hilfebedürftige, um die Hürden des Alltags zu überwinden“, erklärt Sozialpädagogin Simone Blankenburg. Im Oktober 2018 haben die AWO-Mitarbeiter Simone Blankenburg und Thomas Siegel des Kreisverbandes Hildesheim-Alfeld e. V. und die zum gegenwärtigen Zeitpunkt drei Stadtpilotinnen ihre Arbeit aufgenommen. Anfangs an der Heinzestraße, seit 1. Oktober 2019 an der Kurzen Straße 5 a. „Wir unterstützen beispielsweise Wohnungslose, die wieder ein Dach über dem Kopf haben möchten, bei einem Neuanfang. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit Maria Abel von der Jugendpflege der Stadt Alfeld. Zusätzlich zu der finanziellen Unterstützung, die Wohnungslose für eine Ersteinrichtung erhalten, helfen wir mit gespendeten Möbeln“, sagt Thomas Siegel. „Darüber hinaus erhalten Menschen mit Migrationshintergrund bei uns Unterstützung in Zusammenhang mit Übersetzungen und Behördengängen“, so Simone Blankenburg. Als systemische Familienberaterin ist sie auch Ansprechpartnerin, wenn in sozial schwachen Haushalten beispielsweise das Geld für eine gesunde Ernährung fehlt. „Wir vermitteln dann, suchen Lösungen und geben Hinweise auf Hilfsangebote, wie die Tafel. Dabei kommt uns natürlich der Standort hier mitten in der Stadt sehr gelegen. Wir werden hier gesehen und sind auf kurzem Weg zu erreichen“, freut sich die Sozialpädagogin. „Die Stadtpilotinnen sind für uns eine wichtige Stütze. Sie leben selbst von Grundsicherung und können sich gut in die Situation der Hilfesuchenden hineinversetzen“, erklärt Simone Blankenburg. „Vom Jobcenter erhalten sie bei uns eine Arbeitsgelegenheit und somit die Chance, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Ihre Arbeitszeit ist auf 30 Wochenstunden begrenzt und wird mit 1,50 Euro die Stunde bezahlt. Der Verdienst wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet“, erläutert Simone Blankenburg. „Die AWO unterstützt durch dieses Projekt somit Menschen, die Unterstützung benötigen und fördert die Stadtpilotinnen dahingehend, dass diese zukünftig für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.“

Hassan Jourieh (von links) nutzt das Angebot der AWO. Simone Blankenburg, Stadtpilotin Irina Prinz und Thomas Siegel stehen ihm beratend zur Seite. Foto: Susanne Röthig

Mark und Elke von Poten sind seit Anfang 2018 die Gesichter der Zauberwurzel und führen beide zusätzlich zur Landwirtschaft rund um das Rittergut Esbeck den seit 35 Jahren etablierten Naturkost-Laden. „Als ich 1984 das Gut auf Biolandwirtschaft umgestellt habe, wurde ich als grüne Spinnerin und Frau, die keine Ahnung hat abgestempelt“, lacht die Landwirtin. Das Wohl der Tiere und eine nachhaltige Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen sind ihr und ihrem Sohn sehr wichtig. Ihre Galloway-Rinder werden nahe Bad Gandersheim (Harriehausen) geschlachtet und regional vermarktet. Bestellungen sind in der Zauberwurzel möglich. Das nach Bio-Standard angebaute Getreide ist ebenfalls in der Zauberwurzel erhältlich. Neben Naturkostprodukten (vieles unverpackt) führt der Laden beispielsweise Waschmittel, Kosmetika, Haarpflegemittel, Seifen, Duftöle, Babysachen, Naturschuhe und sogar Hanfprodukte. Alles selbstverständlich auf Bio-Basis. „Ein Umdenken hin zu nachhaltigerem Konsum hat bereits stattgefunden, aber das Handeln ist noch ausbaufähig“, sagt Inhaber und Student der Agrarwissenschaften Mark von Poten. „Wir bieten regionalen Anbietern mit unserem Geschäft eine Vermarktungsmöglichkeit und unseren Kunden die Möglichkeit, sich gesund zu ernähren. Unser Biobrot, Fleischwaren, Eier, Säfte, Obst und Gemüse kommen zum  Beispiel vom Hof Luna, von Bäcker Schmidt Inh. Andreas Kreuzer, der Biolandwirtschaft Heise aus Einbeck und aus dem Eichsfeld“, erläutert Elke von Poten. Michprodukte, Käse, Öle, Wein, Säfte, Kaffee, Schokolade und sogar Chips sind ebenfalls im Sortiment. Der Zauberwurzel-Lieferservice ermöglicht Kunden auch umfangreichere Einkäufe und erfreut sich großer Beliebtheit. „Außerdem bieten wir jungen Leuten die Möglichkeit, sich zu Einzelhandelskaufleuten ausbilden zu lassen“, sagt Elke von Poten. Pläne haben Mutter und Sohn von Poten ebenfalls: Ein Café soll entstehen. Ihr Wunsch wäre ein besseres, ausschließlich kurzfristiges Parkangebot für Kunden nah an den Geschäften, um eine Belebung der Innenstadt zu erreichen. „Zum Beispiel könnten E-Autos hier bevorzugt behandelt werden“, schlägt Mark von Poten vor.

Sandra Korolewski (von links), Mark von Poten, Elke von Poten und Christine Schnupp können den Zauberwurzel-Kunden ein reichhaltiges Angebot an Bio-Produkten anbieten. Zum Team gehören außerdem Stephan Pfaff, Annika Sahl und Nathalie Müller. Foto: Susanne Röthig
Heute Zauberwurzel, früher Möbelhaus: Die Fensterfront an der Winde ist heute noch so wie auf dem Foto von 1964 erhalten. Foto: alt-alfeld.de

„Ich wollte wieder zurück in die Heimat. Meine Familie und meine Freunde wohnen hier. Alfeld ist für mich daher einfach perfekt“, erklärt Apothekerin Alexandra Rodig. Die gebürtige Alfelderin ist nach ihrem Studium in Hamburg und einer Tätigkeit bei einem Pharmahersteller 2014 zurück an die Leine gekehrt und hat 2018 die Stadt-Apotheke von Klaus Reimann übernommen, der diese rund 30 Jahre betrieben hatte. „Das ist eine ganz tolle Straße und durch die Arztpraxen hier im Haus sind wir für die Patienten ohne Umwege zu erreichen. Ich würde mich freuen, wenn sich mehr junge Medizinerinnen und Mediziner für die Kleinstadt entscheiden, um weiterhin eine gute Versorgung in der Fläche sicherzustellen“, so die Apothekerin. „Ich mag das Flair hier. Es ist schön, dass man so viele Menschen kennt. Ich gehe gern in die Läden, kaufe auf dem Wochenmarkt ein, genieße es, dass es keine Parkplatznot gibt und die Wege kurz sind“, sagt die 35-Jährige. „Als selbstständige Apothekerin bieten mir der persönliche Kundenkontakt und die Büroarbeit, die ich gern erledige, viel Abwechslung. Für mich ist das ein optimales Arbeiten.“ Neben der Versorgung mit Medikamenten bieten Alexandra Rodig und ihre sechs Mitarbeiterinnen ihren Kundinnen und Kunden unter anderem einen Wechselwirkungscheck und den besonders bei älteren Kunden beliebten Bringservice an. Hochwertige Kosmetika und selbst zusammengestellte Tees runden das Angebot ab. Mit der Nutzung der Apotheken-App können die Kunden sicher sein, dass ihre Medikamente bei Abholung verfügbar sind. „Wir verbinden damit die Vorteile der Online-Bestellung mit der individuellen Beratung“, erläutert Alexandra Rodig.

Das Wohlbefinden ihrer Kundinnen und Kunden liegt dem Team der Stadt-Apotheke am Herzen. Alexandra Rodig (von links), Anke Haasner (Apothekerin), Sabrina Schinke (PTA), Janita Jakob (PTA), Manuela Kah (Pharmazieingenieurin) und Jessica Rademacher (PTA) und Sandra Amelung (PTA, nicht auf dem Bild) sind kompetente Ansprechpartnerinnen rund um das Thema Gesundheit.  Foto: Susanne Röthig

Aber nicht alle Geschäfte bleiben erhalten. Die Brezel über dem Eingang der Hausnummer 8 verrät noch, dass hier eine Bäckerei war. „1936 haben meine Eltern das Haus von Bäcker Freise gekauft, später kam Haus Nr. 7 dazu und die Hinterhäuser wurden dann miteinader verbunden“, berichtet Rita Arste geb. Wittkopp. „Während der Kriegszeit haben sich die Frauen in der Kurzen Straße immer gegenseitig geholfen, es war ein guter Zusammenhalt und wenn es Puffer gab, bekam auch die Nachbarschaft etwas ab“, erinnert sie sich. „Mein Vater wurde 1939 eingezogen. In den Kriegsjahren ruhte der Betrieb, von 1945 bis 1949 hat Bäcker Bendel das Handwerk wieder aufgenommen. Nach der Rückkehr meines Vater aus der Gefangenschaft 1949 haben wir 1950 wieder angefangen.“ 1960 übernahm Rita Arste gemeinsam mit Ehemann Gerhard den Betrieb bis 1994. „Unsere Kinder haben sich beruflich anderweitig orientiert,“ erzählt Rita Arste. Der Nachfolger Bäcker Becker führte das Handwerk bis 2004 weiter. Hochwertige Deko-Artikel, Süßigkeiten, Bastelbedarf und Töpferware wurden in den Räumen der einstigen Bäckerei angeboten. Nach dem Verkauf 2017 ist diese nun ein privates Wohnhaus geworden.  

Brezel: Seit dem Mittelalter ist die Brezel das Zunftzeichen der Bäcker und wird auch heute noch als Wahrzeichen der Bäcker-Innungen sowie von Bäckereien verwendet. Die Brezel ist das verbreitetste Gebildbrot und erinnert an verschränkte Arme. Der Name kommt aus dem Lateinischen. Das Wort brachium bedeutet Arm.  Foto: Susanne Röthig

Infos vom Stadtführer Michael Rüdiger:
„Die Fachwerkhäuser an der Kurzen Straße sind in sehr schlichter Bauweise erstellt worden. Das hat zwei Gründe: Während des großen Stadtbrandes im Juni 1846 sind mehr als 100 Häuser vom Feuer vernichtet worden. Der Wiederaufbau musste schnell erfolgen und Mitte des 19. Jahrhunderts lagen Verzierungen am Fachwerkbau nicht mehr im Trend. Eine weitere Besonderheit ist am Haus Nr. 4 (ehemals Lederwaren-Schuppmann) zu sehen: Die Pilaster (aus der Wand hervortretende Pfeiler) links und rechts des Eingangs sind nicht aus Holz, wie man vermuten könnte, sondern aus Gusseisen. Kleine Hinweisschilder geben Auskunft über den Hersteller: die 1890 gegründete Firma Alfelder Eisenwerke.“    

Den Eingang des ehemaligen Lederwarengeschäfts Schuppmann (Kurze Straße 4) rahmen  gusseisernen Pilaster samt Hinweisschild auf den Hersteller. Neben Taschen, Rucksäcken, Schulranzen, Portemonnaies und Koffern ist Lederwaren Schuppmann  Anlaufstelle für Tanzkurswillige gewesen. Nach der Konfirmation gehörte es zum guten Ton, sich von Günther und Marlis Schuppmann in die Kunst des Tanzens einweisen zu lassen und sich dafür im Geschäft an der Kurzen Straße persönlich anzumelden. 1968 wurde die Tanzschule Schuppmann gegründet. Heute wird sie von Jessica und Thorsten Schuppmann geleitet.  Foto: Susanne Röthig  

Wie wird die Kurze Straße in Zukunft aussehen und welche Erwartungen haben Mieter? SIEBEN:REGIONAL hat bei Thomas Fiedler, Ansprechpartner der Standortgemeinschaft Innenstadt Alfeld e. V., nachgefragt.
„Die Kurze Straße wird nach wie vor eine Geschäftsstraße sein, punktet aber durchaus auch mit guten Wohnmöglichkeiten, da sich hinter einigen Häusern in Richtung Marktstraße teilweise schöne Gartenanlagen befinden. Innenstadtmieter erwarten aber auch ein Engagement des Vermieters. 
Als Hauseigentümer eines Objektes in der Innenstadt weiß ich, welche finanziellen Mittel erforderlich sein können, um eine zeitgemäße Sanierung durchzuführen. Da braucht es neben dem Geld auch Mut und Überzeugung. Gewerbliche Mieter legen Wert auf eine entsprechende Klimatisierung der Räume, Wohnungsmieter auf moderne Sanitäreinrichtung und eine Außensitzmöglichkeit. Vorschriften zum Brandschutz lassen eine wirtschaftliche Sanierung der Zuwegung zum ersten Stockwerk, um dieses beispielsweise als Bürofläche vermieten zu können, oft nicht zu. Die Innenstadt lebt von der Attraktivität der Kaufmöglichkeiten und sollte am Anfang und am Ende einen Anziehungspunkt haben. Am Ende der Sedanstraße ist das Kaufland Kundenmagnet, am Anfang sollte es der Kaiserhof sein.“    

1987: Autos säumten den Straßenrand. „Meine Herren, was ging da ab…nee nee“,
 lautet der Kommentar auf der alt-alfeld-Seite zum Old Town, das heute Trainingsstätte
des 1. Alfelder Softdart-Clubs e. V. ist.  Foto: alt-alfeld.de
Das Straßenbild 2020. Foto: Susanne Röthig

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Die Frage ist noch wann, aber es geht weiter, auf jeden Fall!
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