© Thomas Hennig

„Nur“ eine Geburt – aber Hoffnung für eine ganze Art

29.04.2021 (red/ne)

Das erste Wisentkalb der Saison ist im Wisentgehege Springe zur Welt gekommen

Am 14. April, ungewöhnlich früh, kam das erste Wisentkalb der Saison zur Welt. Ihr Name „Nadzieja“ bedeutet auf Polnisch „Hoffnung“. Der Name ist Programm. Mutter Inga ist eine der letzten lebenden Vertreterinnen einer fast erloschenen Mutterlinie. Nur weibliche Kälber können dazu beitragen, diese Mutterlinie fortzuführen. „Deshalb ist die Freude im Wisentgehege aber auch in Polen, wo das internationale Zuchtbuch geführt wird, riesig groß“, sagt Wisentgehegeleiter Thomas Hennig.

Alle heute lebenden Wisente gehen nur auf zwölf sogenannte „Gründertiere“ zurück. Das waren fünf blutsfremde, nicht verwandte Bullen und sieben Kühe. Von diesen sieben Mutterlinien existieren nur noch vier und die Gefahr ist groß, zwei weitere Linien zu verlieren. „Nadzieja verkörpert nun die Hoffnung, dass die Europäische Wisentzucht das Verschwinden dieser Mutterlinie noch auf den letzten Drücker vermeiden kann“, hofft Hennig.

Foto: Thomas Hennig 

Im Wisentgehege hat man den sowieso schon hohen Standard der Beobachtung und Überwachung von Jungtieren und ihren Müttern noch einmal erhöht, um im Falle eines Falles einzugreifen, oder frühzeitig den Tierarzt zu Rate ziehen zu können. Zur Dokumentation werden tägliche Beobachtungsprotokolle durch die jeweils zuständigen Tierpfleger geschrieben. Bei Gelegenheit werden auch Handyfotos aufgenommen.

Für Wisentgehege-Chef Thomas Hennig ist es noch zu früh, eine echte Lebensplanung für Nadzieja zu erstellen. Klar ist für ihn allerdings, dass sie wegen ihrer enormen Bedeutung für die Tierart ihr Leben in Menschenhand verbringen wird, um unter kontrollierten Bedingungen hoffentlich als Mutter vieler weiblicher Kälber ihren Beitrag zur Erhaltung des Wisents zu leisten.

Nachzutragen ist noch, denn darüber wurde schon häufig berichtet, dass der offizielle Zuchtbuchname „SP-Nadzieja“ lautet. Das SP steht für „Springe“ und ist eine Vorgabe des Zuchtbuches, die bereits seit der Gründung im Jahre 1928 existiert. Die Kleine ist bereits das 377. Kalb, das in Springe geboren wurde. Routine, sollte man meinen. „Aber im Ranking der genetischen Bedeutung steht Nadzieja ganz weit vorne“ freut sich der Wisentgehegeleiter.  

Infos:
Flugschau auf dem Falkenhof: täglich außer montags: 11 und 14 Uhr. An den Wochenenden und feiertags auch 16 Uhr. Wolfspräsentation der Polar- und Timberwölfe: täglich außer montags um 11.45 und 14.45 Uhr.  

Das Wisentgehege hat täglich ab 9.00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist von Mai bis September um 18.00 Uhr; März, April und Oktober hat die Kasse bis 17.00 Uhr geöffnet und von November bis Februar ist letzter Einlass um 16.00 Uhr.

Tagestickets: Erwachsene 12 Euro, Kinder 3 bis 17 Jahre 8 Euro, Azubis, Studenten und Menschen mit Behinderung zahlen 9,50 Euro. Das Familientagesticket mit zwei eigenen Kindern bis 17 Jahren kostet 33 Euro, jedes weitere Kind 3 Euro. 

Online-Reservierung vorab sind verpflichtend.
Infos www.wisentgehege-springe.de

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