© Susanne Röthig

Weiterhin Jagdsaison

(16.04.2020 / sr)
Schön wäre es gewesen. Leider war der Toilettenpapierstrauch nur ein Aprilscherz und es heißt weiter: geduldige Suche und oft leere Regale, wo sonst viele Rollen ihr unscheinbares Dasein gefristet haben. Auf Nachfrage ein Kopfschütteln der Verkäuferin. In einem Supermarkt ist der Platz, der für das begehrte Papier vorgesehen war, bereits mit anderen Waren gefüllt. Vielleicht bedeutet das, dass es niemals wieder Toilettenpapier geben wird.

Ein schlimmer Gedanke. Aber wir schaffen das, notfalls doch mit selbst gebastelten Abreißblättern, für die die nicht mehr aktuelle Tageszeitung Verwendung findet. Und falls wir dann doch zufällig beim Einkauf eine riesige Palette, frisch angeliefertes Klopapier sehen, fühlen wir uns wie ein Jäger, der geduldig gewartet hat, einen Treffer landen konnte und zu Hause seine Beute genießen kann. 

© Susanne Röthig

Klimapositiver Toilettenpapierstrauch macht Hamsterkäufe unnötig

Phobia Nonklopapiera könnte die Lösung sein

(01.04.2020 / sr)
„Der Taschentuchbaum (Davidia involucrata) ist mir natürlich schon länger bekannt und in den schwierigen Coronavirus-Zeiten ist jeder aufgefordert, zur Verbesserung der Situation beizutragen. Während unsere europäischen Nachbarn auf Alkohol und Kondome setzen, ist den Deutschen ihre gepflegte Sitzung offensichtlich ein existenzielles Gut“, erläutert eine Hobby-Botanikerin aus dem Stadtgebiet Alfeld. „Ich habe daher vieles ausprobiert und es ist mir kurzfristig gelungen, einen Toilettenpapierstrauch (Phobia Nonklopapiera) zu züchten. Er ist stark wüchsig, mehrjährig, winterhart und die täglich benötigen Blätter können ganzjährig geerntet werden. Ganz nebenbei wirkt sich der Toilettenpapierstrauch günstig auf die Klimaziele und die Gesundheit aus, denn die tägliche Fahrt zum Einkaufen des „weißen Goldes“ und die Angst, stressgeplagt vor dem leeren Regal zu stehen werden damit für alle rund 80 Millionen Einwohner Deutschlands überflüssig. Das samtige Blatt des Strauches, das in etwa mit dem vierlagigen industriell hergestellten Papier der Supermarkt-Angebote verglichen werden kann, weist noch eine weitere Besonderheit auf: Je nach Bodenbeschaffenheit setzt es beim Wischvorgang einen Vanille- oder Minze-Duft frei und macht damit weitere Pflegemaßnahmen nahezu überflüssig.   

Der Taschentuchbaum gab den Anstoß zur Züchtung von Phobia Nonklopapiera.

Klimafreundlich sind selbstverständlich auch die zurzeit verwendeten Anzuchtgefäße: Das Innere der heute noch so wichtigen Toilettenpapierrolle findet eine sinnvolle Verwendung und löst sich beim späteren Auspflanzen in den Garten einfach auf. Mit einer ersten Blatternte (First Flush) rechnet die Züchterin, die ihren Namen und genauen Wohnort nicht preisgeben möchte, um nicht Ziel von Hamsterkäufern zu werden, Mitte April. „Solange sollten die angelegten Vorräte bei den meisten Menschen hoffentlich noch reichen“. Die Pflanze eignet sich hervorragend für den Privatgarten, Balkone und in Großstädten auch für Parkanlagen. Dort in Gruppen gepflanzt bietet sie der Bevölkerung eine ausreichende Versorgung. Die Vermarktung soll zu gegebener Zeit über örtliche Gartenfachbetriebe erfolgen, verspricht die Alfelderin.  

„Im Frühstadium erinnert der Strauch ein wenig an eine Gesäßhälfte. Im warmen Raumklima wachsen die Pflanzen schnell, finden dann im Garten oder auf dem Balkon ihren Platz und die Blätter können nach wenigen Wochen täglich frisch gepflückt werden“, erklärt die Züchterin.

Der Taschentuchbaum gab den Anstoß zur Züchtung von Phobia Nonklopapiera.
Der Toilettenpapierstrauch könnte zu den meistgekauften Pflanzen des Jahres 2020 werden.

Falls die Vorräte bereits zur Neige gehen und die Verzweiflung schon groß ist, empfiehlt die Expertin, eine ausgelesene Tageszeitung in ca. 9 mal 13 Zentimeter große Stücke zu zerschneiden, diese zu lochen und auf eine Schnur zu fädeln. Bei Bedarf einzelne Blätter abreißen und mit einem feuchten Waschlappen eventuell noch vorhandene Spuren entfernen. Die Bastelarbeiten können auch gut von Kindern im Grundschulalter oder nebenbei in einer Homeoffice-Pause bewältigt werden. 

Falls das Papier schon knapp ist…
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