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Auf ein Wort, Herr Beushausen

23.12.2020 Alfeld (sr)

In Ihrem Grußwort zu Weihnachten und zum Jahreswechsel zeigen Sie auf, welche Belastungen die Corona-Pandemie für uns alle mitbringt. Ihr Dank gilt insbesondere den Menschen, die im Gesundheitsbereich, in pflegenden Berufen, den Feuerwehren und allen helfenden Organisationen tätig sind. Auch haben Sie erwähnt, welchen Stellenwert die Natur im Leinebergland für viele während der Corona-Pandemie hat. Über was haben Sie sich in 2020 trotz aller Schwierigkeiten besonders gefreut?

Da dieses Jahr untrennbar mit der Covid-19- Pandemie verbunden ist, mag es vielleicht etwas komisch klingen, aber gefreut habe ich mich doch sehr darüber, dass der weitaus überwiegende Teil der Alfelderinnen und Alfelder trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen und Ängste sich an die Beschränkungen gehalten und sich somit solidarisch insbesondere gegenüber den Risikogruppen gezeigt hat. 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich als Last-minute-Geschenkekäufer geoutet und angekündigt, dass er dieses Jahr daher Gutscheine für seine Lieben bastelt. Können wir uns den Alfelder Bürgermeister auch mit Schere, Kleber und Glitzer am Küchentisch vorstellen oder wie halten Sie es mit den Geschenken? 

Ich gehöre traditionell nicht zu den Spätweihnachtsgeschenkkäufern, insofern bin ich in der glücklichen Lage, für meine Lieben alle Weihnachtsgeschenke bereits vor dem 2. Lockdown gekauft zu haben. Sich den Alfelder Bürgermeister mit Schere, Kleber und Glitzer am Küchentisch vorzustellen, mag sicherlich für den einen oder den anderen interessant sein, da ich bisweilen zwei linke Hände haben, bin ich froh, auf das Basteln von Geschenken auch dieses Jahr verzichten zu können, da die Verletzungsgefahr doch sehr hoch wäre. 

Die Impfzentren sollen in Kürze Ihre Arbeit aufnehmen. Werden Sie sich impfen lassen, sobald ausreichend Impfstoff vorhanden ist und die besonders gefährdeten Menschen ihren Impfschutz erhalten haben?

Natürlich werde ich mich impfen lassen, wenn ich an der Reihe bin. Ich habe viel Verständnis dafür, dass Menschen in dieser Situation Unsicherheit zeigen. Die Impfstoffe, die sich im Zulassungsverfahren befinden oder bereits zugelassen sind, sind tatsächlich neu und besonders. Um die Pandemie aber vernünftig bekämpfen zu können, halte ich eine Impfung auch aus solidarischen Gesichtspunkten, sofern gesundheitlich zulässig, für die richtige Entscheidung.

Welche Projekte möchten Sie in Ihrer Funktion als Bürgermeister bis Ende 2021 für die Stadt Alfeld und ihre Bürgerinnen und Bürger umgesetzt beziehungsweise auf den Weg gebracht haben?

Fürs kommende Jahr sind sicherlich im baulichen Bereich die Dinge, die wir auf den Weg gebracht haben, umzusetzen. Beispielhaft sei hier nur der Kindergarten Hörsum und die beiden Feuerwehrhäuser in Eimsen und in Limmer benannt. Konzeptionell und insofern auch strategisch, werden wir im nächsten Jahr den Prozess zur Erarbeitung eines Radwege-/ÖPNV-Konzeptes für die Stadt Alfeld (Leine) auf den Weg bringen. Hierbei handelt es sich um einen zukunftsweisenden Prozess, bei dem es insbesondere erforderlich ist, im Rahmen von sehr transparenten Bürgerbeteiligungsverfahren die Alfelderinnen und Alfelder auf diesem Weg mitzunehmen. Darüber hinaus wird auch die Covid-19- Pandemie noch wesentliche Teile des kommenden Jahres bestimmen. Nicht nur für uns als Verwaltung, für mich als Bürgermeister, sondern für alle Alfelderinnen und Alfelder wird es wichtig sein, Schlussfolgerungen aus dieser Pandemie zu ziehen. Ich bin ein Mensch, der das Glas im Regelfall als halb voll betrachtet und sehe trotz der krisenhaften Situation, diese als Chance, uns neu zu konzentrieren, neu auszurichten und auch neue Ziele zu definieren. Unser tägliches Leben hat sich ganz wesentlich verändert und dies einfach, wenn die Pandemie vorbei ist, in die Schublade zu packen, wäre ein falsches Verhalten. Praktisch bedeutet das zum Beispiel für uns in der Verwaltung, dass wir das Thema Digitalisierung sowohl intern als auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern noch intensiver vorantreiben werden. 

Dass sich die Kommunen der Region Leinebergland auf den Weg machen, in Alfeld ein Regionales Versorgungszentrum aufzubauen, das im Schwerpunkt ein medizinisches Versorgungszentrum beinhaltet, ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten Entscheidungen der Daseinsvorsorge in der Region. 

Die hausärztliche Versorgung in der Region Leinebergland ist auf die nächsten fünf Jahre, was das Patientenaufkommen und die Fallzahlen angeht, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ausreichend gesichert. Insofern ist das Engagement des Regionsvereins hier nicht als Konkurrenzsituation zu bestehenden Praxen zu sehen. Allein in Alfeld sind zwei Hausarztsitze ab dem 01.01.2021 nicht besetzt, so dass bei Aufnahme der Tätigkeit des medizinischen Versorgungszentrums bedarfsgerecht ein Angebot vorhanden ist, das andere Hausarztpraxen weder verdrängen oder beeinträchtigen, sondern entlasten wird. 

Weit im Vorfeld, als wir auf der Ebene der Hauptverwaltungsbeamten das Thema MVZ besprochen haben, habe ich deutlich gemacht, dass ein solches nicht gezwungenermaßen in Alfeld seinen Sitz finden muss. Daher hat mich der Kollege Heimann aus Freden im Rahmen einer öffentlichen Sitzung auch vollkommen richtig zitiert. Die nachfolgend in Auftrag gegebene Studie ist bezüglich der Ermittlung eines geeigneten Standortes nach objektiven Kriterien erstellt worden. Der Standort „Alte Post“ in Alfeld hat sich als der Beste für die gesamte Region herausgestellt. Unter anderem war es entscheidend, da sich ein solches Zentrum auch finanziell tragen muss und dass es gut aus der gesamten Region auch mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbar ist. Diese auch wirtschaftlich notwendige Zentralität weist der Standort „Alte Post“ im Bereich des Alfelder Bahnhofes ohne Zweifel auf. Unter diesen Rahmenbedingungen haben sich im Rahmen der Nachberatung alle Hauptverwaltungsbeamten für den Standort in Alfeld ausgesprochen. 

Als Bürgermeister der Stadt Alfeld (Leine) freut es mich natürlich sehr, dass Alfeld hier als bestmöglicher Standort angesehen wird. Entscheidend ist aber, dass dies nicht nur unmittelbar für die Stadt Alfeld (Leine) zutrifft, sondern sich eben für die gesamte Region Leinebergland als Gewinn erweisen wird. 

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Was legen Sie den Menschen im Leinebergland über Weihnachten und den Jahreswechsel besonders ans Herz?  

Ich möchte den Menschen im Leinebergland mit auf den Weg geben, dass die krisenhaften Zeiten, in denen wir leben, sicherlich für viele schwer zu ertragen sind. Die Weihnachtsbotschaft lautet aber: Fürchtet euch nicht. Wenn es uns gelingt, aus der Krise die richtigen Rückschlüsse zu ziehen – wovon ich ausgehe – und wir gestärkter aus ihr hervorgehen, dann werden die Tage, die vor uns liegen, nicht nur gut, sondern besser als gedacht. 

Insofern wünsche ich allen Alfelderinnen und Alfeldern, allen Bewohner der Region Leinebergland frohe und gesegnete Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr, verbunden mit der Bitte: Bleiben sie gesund!

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