Foto: UNESCO-Welterbe Fagus-Werk

Wilhelm Imkamp

Vom Bauhausschüler zum Meister der Abstraktion

(01.09.2020 / red/ne)
Neue Sonderausstellung in der Fagus-Galerie

Die Sonderausstellung „Wilhelm Imkamp – vom Bauhausschüler zum Meister der abstrakten Malerei“ bietet bis zum 10. Januar 2021 einzigartige Einblicke in das abwechslungsreiche Lebenswerks des Malers. Wilhelm Imkamp (*1906 – 1990) wurde bereits in der Schulzeit „der Maler“ genannt. Und „der Maler“ macht ernst: Er geht nach dem Schulabschluss 1926 ans Bauhaus nach Dessau, um bei Kandinsky, Klee und Feininger Malerei zu studieren. Die Lehrer und die Atmosphäre der bekannten Ausbildungsstätte beeinflussen ihn sehr. Immer wieder berichtet er von den Lehrmeistern, ihren musikalischen Fähigkeiten und den rauschenden Festen am Bauhaus. Doch die eigentliche Herausforderung für „den Maler“  folgt erst noch. Imkamp muss seine eigene Handschrift entwickeln und sich seine Position als freischaffender Künstler erarbeiten. Ein erster Schritt gelingt ihm bei einem Studienaufenthalt in Paris 1929, als ihm Kandinsky per Brief bescheinigt, dass er von seinem Fortkommen angetan ist. Unterbrochen von der Zeit des Nationalsozialismus, die Imkamp als Porträtmaler überlebt, kann er seinen Weg als freischaffender Künstler, als ab­strakter Maler, gehen. Er zieht in den 1950er Jahren nach Stuttgart, das Zentrum abstrakter Malerei zu dieser Zeit und etabliert sich mit vielen Ausstellungen seiner nun heiteren Kompositionen, die in ihrer Ausgewogenheit von Form, Farbe und der Anordnung der Bildelemente seine gereifte Künstlerpersönlichkeit erkennen lassen. Mit Strenge und Disziplin auf der einen Seite, die er sich selbst, vor allem aber seiner täglichen Arbeit gegenüber aufbringt, und mit der humorvollen, pfiffigen und offensichtlich gewinnenden Art, mit der er im Freundeskreis verkehrt und seine Bilder an Freunde uns Sammler verkauft, etabliert er sich in einer sehr qualitätsvollen Liga der klassischen Moderne, in der er als führender Vertreter gilt. Seine Bilder wurden bis heute in etwa 40 Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

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