„ohne Bilder – ohne Worte“

03.03.2022, (red/sr)

Vernissage im Stammelbach-Speicher, Hildesheim: Sonntag, 13. März, 11.15 Uhr

Am Sonntag, 13. März um 11.15 Uhr eröffnet die Galerie im Stammelbach-Speicher zwei Ausstellungen mit einer Vernissage.
In der 1. Etage „ohne Bilder – ohne Worte: ob Worte Bilder verändern“, eine Gruppenausstellung der BBK-Künstler Kurt Baumfeld, Rolf Behme, Gabriele Klimek, Klaus Müller, Inge Thumm, Paul Wilde und Godehard Wolski. In der 2. Etage sind die Werke des Berliner Künstlers Dietrich Walther zu sehen: „outside of inner states“. 

Welche Gefühle oder Assoziationen gemalte oder gezeichnete Werke hervorrufen, liegt im Blick der Betrachtenden. Wohlbefinden durch Motiv oder farbliche Harmonie, Abscheu, Interesse für die Szene und die Geschichte hinter dem Bild, Bewunderung für die Maltechnik, gefühlte Tristesse, Begeisterung, Ratlosigkeit: Ein Gespräch mit dem Künstler oder der Künstlerin kann Aufschluss geben, den Horizont erweitern. 

Aber jeder und jede kann sich natürlich ganz für sich selbst ein Bild vom Bild machen und Worte dafür finden. Kunstinteressierte haben in der Galerie im Stammelbach-Speicher vom 13. März bis zum 10. April 2022 die Möglichkeit, Worte zu den dort präsentierten Werken zu finden oder die Bilder einfach auf sich wirken zu lassen. 

Rolf Behme: Copy-Art, 70 x 100 cm

So zeigt sie Fassaden und etwas Himmel im Abendlicht oder den Beginn der Nacht an Backsteinen und Asphalt. Er zeichnet mit Stiften auf Papier nach Natureindrücken in zarten Grauabstufungen oder auch mit derben schwarzen Spuren. Da steht bei dem einen O. T. darunter oder „Grundlinien“, manchmal auch nur Zahlen wie „drei von zwanzig“. Ein Kollege setzt AVCS2 oder EMKJ4 in die linke untere Ecke. Die zwischen den Studienblättern erfahrene Angst erkennt man „von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“. 

Wie Farbe zu menschlichen oder auch den Rahmen sprengenden Empfindungen führt, entdecken wir durch Körper, die versuchen, zwischen Hell und Dunkel, durch Hitze und Kälte ihre Würde zu bewahren.

Godehard Wolski: Mischtechnik auf Bütten, 240 x 152 cm aus 2021

Künstler*innen und Betrachter*innen leben und spielen in der Spannung von Bildsprache und Wortbildern. Umso deutlicher sich das zunächst Unbekannte dem Zugriff rascher Einordnung entzieht, desto fruchtbarer ist der Weg zur Aussage, zum Erkennen des Dargebotenen, zu einem Spiel, das den Geist in Bewegung setzt und die Bewegung zu einem sozialen Ereignis, einem Erkenntnisprozess werden lässt.  

Das Sehen und das Hören sind von elementarer Bedeutung. Sie sind Sinne und das Tor zur Welterfahrung.  Die Künstler*innen nahmen den Bildern die Titel, platzierten sie an anderer Stelle. In ihrem verbalen Zusammenspiel als poetische Attribute werden sie zu Sprachbildern. 

Paul Wilde: 
Gouache auf Leinwand, 80 x 120 cm

Der Titel der Ausstellung ist somit nicht Programm, sondern eine Anregung zur Reflexion über das Zusammenspiel von Bildern, Worten, Räumen und Menschen.

Worte werden zu Bildern – Bilder werden zu Worten. Jene erhalten durch gegenseitige Steigerung Farbe, diese erfahren einen Sprachklang. 

Die Sprache der Farbe ist einzigartig, das Wort Rot sagt etwas anderes als der rote Klecks. 

Worte können Berge versetzen, aber keine Bilder wegnehmen.

Natürlich, es geht auch ohne, geht auch ohne dich und mich, ohne uns und die Welt. Farbenblind und sprachlos, geht ja auch, auch ohne Luft und Licht und Mensch und Natur; ohne Woher – Wohin …. (red/sr)

Kurt Baumfeld, 1955, Lehrer für Malerei und Grafik lebt und arbeitet in Söhre bei Diekholzen

Rolf Behme, 1955, Kunstpädagoge und Künstler lebt und arbeitet in Hildesheim

Gabriele Klimek, 1957, Diplom Grafik-Designerin wohnt und arbeitet in Hildesheim.

Klaus Müller, 1952, Grafiker lebt und arbeitet in Lutter am Barenberge

Inge Thumm, 1958, Kunstpädagogin und Künstlerin  lebt und arbeitet in Berlin und Hildesheim.

Paul Wilde, 1947, Kunstpädagoge und Künstler lebt und arbeitet in Hildesheim

Godehard Wolski, 1954, Grafik-Designer und Künstler lebt und arbeitet in Alfeld