Für ein gutes Miteinander: Runter vom Sofa

(sr)

Nach der umfangreichen Planung, der Beantragung von Fördergeldern (die SIEBEN: berichtete im Juni und September 2021) nimmt die Entwicklung des neuen Leitbilds für Alfeld 2022 Fahrt auf. Schüler präsentieren, wie sie sich die Stadt der Zukunft vorstellen bzw. was Alfeld ausmacht, und gehen in Stadtgesprächen auf Spurensuche in die Vergangenheit. Viele Projektpartner haben ihre Mitarbeit zugesagt.

„Die Vielzahl der Unterstützer ist hier in Alfeld schon etwas Besonderes“, so Tanja Dornieden (koko-kommunikation), die Kommunen bei der Erstellung von Projektskizzen und Bewerbungen für Fördergelder unterstützt. „Das ist so nicht überall zu finden.“ 

Persönlich überreichte Birgit Honé (Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung des Landes Niedersachsen) im August 2021 den Förderbescheid über rund 78.000 Euro aus dem Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“. Weitere 50.000 Euro seien im Stadtetat für die Leitbild-Entwicklung eingeplant, so Alfelds Erster Stadtrat Mario Stellmacher. 

Gemeinsam mit den Stadtvertretern Mario Stellmacher, Christina Beck (Leiterin des Planungsamtes) und Hans-Günther Scharf (Forum Alfeld Aktiv und Pressesprecher) stellt Tanja Dornieden vor, wie es weitergehen soll:

Für das Engagement der Schule und als kleines Dankeschön
kam der Eiswagen in der großen Pause.

Stadtgespräche in der Planungswerkstatt: jeweils um 19 Uhr finden Gespräche mit Moderation zum Thema Tierhandel (7. Juli) und Weltkulturerbe Fagus (14. Juli) statt. 

„Zum Thema Tierhandel wird Stadtheimatpfleger Matthias Quintel die Teilnehmenden auf eine Zeitreise mitnehmen. Im Anschluss werden Ideen gesammelt, wie das Thema in der Stadt behandelt werden und die Vergangenheit dank computergestützter Erweiterung der Realitätswahrnehmung (Augmented reality) erlebbar gemacht werden kann. 

Am 14. Juli erläutert Architekt Dr. Arne Herbote die Bedeutung der Fagus-Architektur und geht unter anderem auf die Arbeit von Walter Gropius ein.“ 

Beide Veranstaltungen finden in der neuen Planungswerkstatt in der Kurzen Straße (ehemals Zauberwurzel) statt. 

Die Themen beinhalten Potential, das sowohl digital als auch in Präsenz in der Stadt erlebbar gemacht werden kann. „Wir hoffen, im Dialog mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft zu guten Ergebnissen zu kommen“, sagt Hans-Günther Scharf. So könne beispielsweise die Vergangenheit des Tierhandels mit dem Arten- und Klimaschutz der Zukunft verknüpft werden. 

Mal Scannen:
der QR-Code  im Logo führt zu aktuellen Informationen auf der alfeld.de

Stadterkundung per App

In den Sommerferien plant die Stadtjugendpflege gemeinsam mit dem Explore Sciencenter Stadtspaziergänge, bei denen Alfeld per Foto festgehalten werden soll. 

Auch diese Ergebnisse sollen später mittels App verfügbar sein und so virtuelle Stadterkundungen möglich machen. „Wir wollen nichts für die Schublade entwickeln, sondern ein Leitbild anbieten, dessen Inhalte aktiv genutzt werden können“, formuliert Tanja Dornieden.  

Im Herbst gibt es weitere Gelegenheiten, sich einzubringen. Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) geht es um den Handel und das Wohnen in der Stadt. 

Bildung, Kultur, Digitalisierung, Arbeitsplätze, Umwelt- und Naturschutz sollen Raum in der Stadt der Zukunft haben. „Wie das umgesetzt wird, ist diskutabel und ergebnisoffen“, so das Planungsteam. 

Haben Lust auf Alfeld: Tanja Dornieden (von links), Christina Beck, Hans-Günter Scharf und Mario Stellmacher vor der Planer-Werkstadt in der Kurzen Straße

„Wir wollen, dass junge Menschen, die hier zur Schule gehen sich hier so wohlfühlen, dass sie vielleicht nach Ausbildung oder Studium die Stadt wieder als Wohn- und Arbeitsumfeld nutzen, aber auch von den Erfahrungen aller profitieren. Die Bürgerinnen und Bürger haben es also mit in der Hand, wie sich die Stadt entwickeln soll, wie die Zukunft in der Innenstadt aussehen könnte,“ sagt Mario Stellmacher.

Eine Verknüpfung der Vergangenheit mit der Zukunft könnte Alfeld 2.0 ausmachen, somit also eine verbesserte Version des bisherigen Alfelds bringen. 

Sind knapp 130.000 Euro Planungskosten zu viel für ein Alfeld 2.0?  

„Das alte Leitbild von 2006 wird, wenn das neue im zweiten Halbjahr 2023 fertig ist, eine Gültigkeit von 17 Jahren gehabt haben. Gehen wir davon aus, dass dieses genauso lange hält, wären das rund 7.500 Euro pro Jahr für Alfeld 2.0. Ein gutes Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger, eine Innenstadt mit hohen Aufenthaltsqualitäten sollte das wert sein. 

Was das neue Leitbild nicht voranbringt, sind Bedenkenträger und Bedenkenträgerinnen, ewige Nörgler und Nörglerinnen und die „Geht nicht“- Fraktion. 

Wichtig ist nur, mitzumachen, Lust auf Alfeld zu haben und sich mit sinnvollen Beiträgen, die auch umgesetzt werden können, einzubringen.

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