Ministerin Melanie Walter zu Besuch im Alfelder MVZ
Alfeld. Seit Mai ist Melanie Walter, niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, im Amt und besuchte am 1. August Alfeld, um sich von der Funktionalität des Regionalen Versorgungszentrums Leinebergland (RVZ) mit Medizinischem Versorgungszentrum (MVZ) ein Bild zu machen. Die fünf Versorgungszentren im Land seien sehr unterschiedlich aufgestellt, erklärte sie zu Beginn und auf Nachfrage teilte Melanie Walter mit, dass sie sich immer gern vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten machen möchte und sie sich daher quasi selbst eingeladen hätte. Im „Gepäck“ hatte sie viel Lob für die zielstrebige Umsetzung, um die hausärztliche Versorgung für die Einwohnerinnen und Einwohner der Mitgliedsgemeinden des Vereins Region Leineberglands, zu denen die Städte Alfeld und Elze, die Samtgemeinde Leinebergland, die Gemeinden Freden, Lamspringe und Sibbesse sowie der Flecken Delligsen gehören, sicherzustellen. Außerdem sagte sie, dass ab 2026 im Haushalt weitere Mittel für den Ausbau zur Verfügung gestellt werden, um diese Bemühungen langfristig zu verstärken.

Auch die Erhöhung der Studienkapazität im medizinischen Bereich soll beitragen, Fachpersonal für die hausärztliche Versorgung zu sichern. Das MVZ trage zur Standortattraktivität und zur Daseinsvorsorge im ländlichen Raum bei, so die Ministerin. Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen erläuterte, dass der Verein Region Leinebergland mit seinen Mitgliedskommunen das Projekt RVZ angeschoben und mit weiteren Partnern wie beispielweise der KWG als Investor umgesetzt hatte. So entstanden neben dem MVZ im Gebäude barrierefreie Wohnungen. Eine Apotheke und die Friedhofverwaltung fanden ebenfalls ihren Platz. Glück habe man auch bei der Personalfindung gehabt. Nach relativ kurzer Zeit und aus der Not, dass in Freden eventuell keine hausärztliche Versorgung vor Ort stattfinden konnte, entstand in Freden ein weiteres MVZ. Zunächst als Containerlösung. Daniel Bernhardt erläuterte den Zuhörenden, das hier zukünftig eine Campus-Lösung angestrebt werde. „Mitten in Freden und doch in der Natur entsteht ein lebendiges Umfeld für Gesundheit und Freizeit“, kündigt der Bürgermeister der Gemeinde Freden an.

Die Ärzteschaft der MVZ Alfeld und Freden brachten während eines Rundgangs der Ministerin die Ausstattung der Einrichtung näher. Interessiert ließ sie sich auch über den geplanten Zeitplan hinaus die Räumlichkeiten zeigen und sprach mit den Mitarbeitenden. Dr. Annette Thormann, die zuvor eine Einzelpraxis führte, erklärte der Ministerin, dass es für sie wichtig sei, in einem guten Team freie Entscheidungen bei der Arbeitsweise zu haben. Außerdem sei die Vielzahl der Qualifikationen auf verschiedenen Fachgebieten der Medizinerinnen und Mediziner für die Patienten von Vorteil. Auch Walter Pahl (MVZ Alfeld) und Dr. Hans-Detlev Reimann (MVZ Freden) bestätigten, dass sie sich ohne die Verwaltungstätigkeiten wieder ganz auf die Medizin konzentrieren können. Flexible Arbeitszeitmodelle, Fort- und Weiterbildung, die honoriert wird, Digitalisierung unter anderem durch ein Patientenmanagementprogramm sind weitere Punkte, auf die die medizinischen Fachkräfte zählen können.
Neu sei im MVZ, so Geschäftsführerin Marlies Bahrenberg, ein KI-basierter Telefonassistent, der hilft, die Erreichbarkeit des MVZs zu verbessern und das Fachpersonal zu entlasten. Denn nicht nur die hausärztliche Versorgung vor Ort, sondern auch die Betreuung von Pflegeheimen leistet das Personal, sodass Terminvergaben (auch mit Arztwahl) und Rezeptbestellungen online erfolgen können. „Darüber hinaus stehen wir aber selbstverständlich auch allen, die diesen Service nicht nutzen möchten, persönlich zur Verfügung“, so Marlies Bahrenberg, die auf Nachfrage mitteilte, dass zurzeit etwa 5.000 Patientinnen und Patienten betreut werden und neue Patienten aufgenommen werden. Geöffnet habe das MVZ an 50 Wochen im Jahr, in denen es seinen Beitrag zur Vertretung anderer Hausarztpraxen leiste, lediglich zum Jahreswechsel sei für zwei Wochen geschlossen.
Text und Fotos: Susanne Röthig






