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Was ist gutes Sterben?

29.04.2021 (red/ne)

Dies ist das Thema einer gemeinsamen Initiative vom Hospiz- und Palliativ­Verband Niedersachsen, der Hospiz Stiftung Niedersachsen sowie dem Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen. 

Menschen sterben. Das ist eine biologische Tatsache. Das gilt für jeden von uns. Aber wie wollen wir sterben? Dies ist eine offene Frage; eine Frage, die sich jedem Menschen und jeder Gesellschaft neu stellt.

Sterben ist Teil des Lebens. Aber während wir uns oft fragen, was ein gutes Leben ist und wie das eigene Lebensprojekt gelingen kann, bleibt ein Thema meist im Dunkeln: Was ist gutes Sterben und wie möchte ich ganz persönlich sterben?

Gutes Sterben ist zugleich ein individuelles und ein gesellschaftliches Thema. Individuelle Vorstellungen vom guten Tod sind durch gesellschaftliche Normen geprägt – und gleichzeitig sind es die Menschen, die im Miteinander gemeinsame Ideale von gutem Sterben entwickeln.

Gutes Sterben ist nicht objektiv definierbar, nicht naturgegeben. Gutes Sterben ist ein vorläufiges Zwischenergebnis individueller und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse.

In unserer Gesellschaft existieren vielfältige Vorstellungen vom guten Sterben. Lange Zeit war Sterben ein Tabuthema. Das gilt heute nicht mehr: Sterben ist in Bundestagsdebatten, Fernsehsendungen und auf sozialen Medien omnipräsent; die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen ist zu einem ernstzunehmenden Handlungsfeld von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten aufgestiegen. 

Patient*innen werden frühzeitig über unheilbare Erkrankungen informiert, können ihre letzte Lebensphase planen und aus einem bunten Strauß unterschiedlicher Bestattungsformen wählen. 

Fürsorglich begleitet, umfänglich aufgeklärt und weitgehend selbstbestimmt – das Sterben ist auf dem besten Weg, zum letzten Selbstverwirklichungsprojekt einer autonomieorientierten Gesellschaft zu werden.

Neue Ideale vom gelingenden Sterben bedeuten auch neue Anforderungen an die Versorgungsstrukturen. Die meisten Menschen möchten zu Hause sterben, aber was bedeutet „Zuhause“? 

Für einige ist es das eigene Haus mit Garten, für andere das Pflegeheim, in dem sie seit Jahren leben, für die wenigsten das Krankenhaus – in jedem Fall aber: schmerzfrei, gut versorgt und in einer vertrauten Umgebung. 

Stationäre Hospize werden immer stärker nachgefragt und gelten anscheinend als Orte guten Sterbens. Braucht unsere Gesellschaft in Zukunft vermehrt entsprechende Einrichtungen? Wie können wir als Gesellschaft es möglich machen, je nach Situation ein individuelles „gutes Sterben“ in unseren Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen und das Sterben zu einem abschließenden und guten Teil unseres Lebens zu machen?

„Mit dem Themenjahr möchten wir die Frage des guten Sterbens neu diskutieren. Wir möchten das Spannungsfeld ausleuchten, zwischen kulturellen Idealen und begrenzten Ressourcen, zwischen individuellen Wünschen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Gutes Sterben: Was ist das und was ist es uns wert?“, erläutert Birgit Leue-Reimann, 1. Vorsitzende der Hospizgruppe Leinebergland e. V.

2021 und 2022 werden in ganz Niedersachsen zahlreiche Aktionen zu dieser Frage stattfinden, an denen sich auch die Hospizgruppe Leinebergland e. V. beteiligen wird.

Die Hospizgruppe Leinebergland e. V., die in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiern kann, bietet am 21. Oktober 2021 wieder einen kostenfreien „Letzte Hilfe Kurs“ in Alfeld an. 

Die ausgebildeten Trauerbegleiter*innen stehen auch in Coronazeiten für Einzelgespräche und/oder Trauerspaziergänge zur Verfügung. 

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter: 0174/376 409 8 oder kontakt@hospizgruppe-leinebergland.de

Über weitere Veranstaltungen können Sie sich unter www.hospizgruppe-leinebergland.de informieren.

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