Foto: SIEBEN: regional

Wanderbares Leinebergland

Urlaubsregion für Touristen und Daheimgebliebene

(29.05.2020 / sr)
1000 Kilometer Wanderwege warten darauf, entdeckt zu werden

Die Region Leinebergland gründete sich 2015 mit dem Ziel, die Lebensbedingungen im Leineberg­land durch die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit nachhaltig zu verbessern. Gründungsmitglieder sind die Kommunen Alfeld (Leine), Duingen, Elze, Freden (Leine), Gronau (Leine), Lamspringe und Sibbesse im Landkreis Hildesheim sowie Delligsen im Landkreis Holzminden. 

2017 öffnete sich der Verein Pro Leinebergland e. V. auch für Wirtschafts- und Sozialpartner, sodass inzwischen rund 40 Mitglieder, darunter neben den Kommunen, Wirtschaftsunternehmen und Vereinen auch Privatpersonen, die Vereinsziele unterstützen. Die Attraktivität der Region durch die Modernisierung der Infrastruktur und durch das Entdecken der oftmals verborgenen Besonderheiten steigern: So der Antritt der Akteure. 

Und davon soll nicht nur der Tourismus profitieren, sondern auch Unternehmen sollen dadurch leichter Fachkräfte für die Region begeistern. Da das Leinebergland allein als Urlaubsregion zu klein ist, steht es unter dem Dach des Weserberglandes und profitiert so neben eigenen Marketingmaßnahmen von einer größeren touristischen Reichweite. 

Kirsten Greten freut sich über das bisher erreichte Ergebnis, sieht aber noch viel Potenzial, um das Leinebergland zu einer touristisch bedeutsamen Region im Weserbergland zu machen.
Foto: Susanne Röthig

Kirsten Greten ist seit 2017 Vorsitzende des Vereins Pro Leinebergland e.V. Als selbstständige Unternehmensberaterin beschreibt sie sich selbst in diesem Zusammenhang als aufmerksame Entdeckerin, flexible Mitdenkerin, empathische Vermittlerin, lösungsorientiere Querdenkerin und kritische Impulsgeberin. SIEBEN:regional hat mit ihr über die touristischen Möglichkeiten im Leinebergland gesprochen.

SIEBEN:regional: Frau Greten, was waren für Sie besonders wichtige Erkenntnisse während der bisherigen Arbeit als Vereinsvorsitzende und der Vielzahl von Kontakten, die Sie im Laufe der letzten drei Jahre hatten?

Kirsten Greten: Bereits 2016 kam der Kontakt zur Regionalmanagerin und Geschäftsführerin des Vereins Pro Leinebergland, Marlies Bahrenberg, zustande. Es macht mich einfach stolz, dass wir es geschafft haben, die Kompetenzen der hiesigen Kommunen, der Wirtschafts- und Sozialpartner und vor allem der vielen ehrenamtlichen Helfer zu bündeln, um beispielsweise ein Gastgeberverzeichnis mit Ausflugszielen zu erstellen und insgesamt rund 1000 Kilometer Wanderwege erfasst zu haben. Mein besonderer Dank geht an alle, die sich als Bestandserfasser haben schulen lassen und mit ihrer Ortskenntnis und ihrer Naturverbundenheit die umfangreiche Arbeit erst möglich gemacht haben.

SIEBEN: Wie geht es nach der Erfassung der Wanderwege weiter?

KG: Wir wollen in der Region rund 30 Wandertouren anbieten und diese in einem gemeinsamen Außenauftritt vermarkten. Die fünf Hödeken-Wanderwege sind hier ein schönes Beispiel. Um als Qualitätsregion im „wanderbaren Deutschland“ anerkannt zu werden, sind eine Vielzahl von Anforderungen zu erfüllen. Es reicht nicht, einen schönen Weg zu beschildern. Wander- und auch Fahrradtouristen erwarten einen gewissen Komfort und wollen die regionalen Besonderheiten erleben. 

Ein Premiumwanderweg muss beispielsweise in einem festgelegten Umkreis eine Einkehrmöglichkeit bieten, idealerweise bietet er neben verschlungenen Pfaden auch Aussichtsmöglichkeiten, historische Stätten mit Erklärungen, Schutzhütten oder Ähnliches und liegt abseits von Straßen. 

Eine einheitliche Beschilderung ist für den Wiedererkennungswert unerlässlich, gepflegte Sitzgruppen laden zum Picknick ein und auch gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Parkmöglichkeiten sind wichtige Kriterien. 

Hinweise auf weitere Ausflugsmöglichkeiten wie das Besichtigen von Museen oder themenbezogene Stadtführungen, kulturelle Veranstaltungen, die Zusammenarbeit mit Gastronomen, Hoteliers, Vermietern von Ferienwohnungen und der Heimatpflege sollen weiter intensiviert werden, um bis 2030 eine touristisch bedeutsame Region im Weserbergland zu werden. Daran arbeiten wir, beraten Anbieter und hoffen weiter auf das Know-How und die Unterstützung der Menschen vor Ort. Gerade im Bereich Gastronomie sehe ich noch großes Potenzial. Regionale Besonderheiten stehen bei Touristen hoch im Kurs. Bestehende Einkehrmöglichkeiten oder Hofläden können beispielsweise durch Food-Trucks, die regionale Produkte anbieten, ergänzt werden.  

SIEBEN: Wie punktet die Region Leinebergland gegenüber Küste und Mittelgebirge?

KG:Die Gegend strahlt hier eine besondere Lieblichkeit aus. Sanfte Hügel laden ein, das Dahinter zu erkunden und immer wieder gibt es unglaubliche Ausblicke, die viele Kilometer weit reichen. Wir punkten mit dem UNESCO-Welterbe Fagus-Werk, einer historischen Altstadt, der Geschichte der ehemaligen Tierhandlung Ruhe, der Quelle in Winzenburg, dem Pottland, den Duinger Seen, dem Kloster in Lamspringe und vielen kleinen Heimatmuseen um nur einige Sehenswürdigkeiten zu nennen. 

Wir werden hier nicht die Region, in der die Touristen ihren zwei- oder dreiwöchigen Jahresurlaub verbringen. Unsere Zielgruppe sind Wanderer, die Tages- oder Mehrtagestouren unternehmen und z.B. von einer Unterkunft im Leinebergland aus die Gegend sternförmig erkunden. Denen wollen wir ein Umfeld anbieten, das durch unsere Einzigartigkeit besticht und sie begeistert.

SIEBEN: Die Corona-Pandemie trägt dazu bei, dass viele Menschen zu Hause bleiben. Ist Urlaub im Leinebergland für Daheimgebliebene möglich? 

KG: Aber natürlich! Jeder sollte sich bewusst mal sagen: „Ich gehe in meiner Region auf Entdeckung“. Es ist unglaublich entschleunigend, Zeit im Wald zu verbringen und Unentdecktes aufzuspüren. Mir persönlich gelingt es so immer, zu mir zu kommen und abzuschalten. Viele verborgene Schätze warten einfach darauf, von jedem Einzelnen gehoben zu werden. Lassen Sie sich z.B. durch unsere touristische Website (www.leinebergland-tourismus.de) oder auf unserer Facebook-Seite (facebook.com/regionleinebergland) inspirieren.   

Das Leinebergland hat viel zu bieten.
Foto: Susanne Röthig

SIEBEN: Und ihr ganz persönliches Lieblingsziel in der Region?

KG: Ich bin gern am Wasser. Neben der Leine verläuft meine Joggingstrecke und der Bruchsee ist für mich immer einen Ausflug wert. Aber auch die Ruine Winzenburg, den Külf und die Sieben Berge habe ich mit meiner Familie bereits erkundet. 

Der Bruchsee in Duingen.
Foto: SIEBEN: regional

Kontakt
Pro Leinebergland e.V.
Marktstr. 1
31061 Alfeld (Leine)
Telefon: (05181) 80 668 09
Fax: (05181) 80 668 10
regionalbuero@leinebergland-region.de 

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