Sturzprophylaxe in der Pflegeausbildung: Lernen durch Selbsterfahrung

Mehr als die Hälfte der Heimbewohner stürzen mindestens einmal pro Jahr – dies lässt sich durch eine gute Sturzprophylaxe in vielen Fällen verhindern. Dabei ist die Sturzprophylaxe eines der wichtigsten Tools in der Pflege. Viele erleiden nach einem Sturz Bewegungseinschränkungen oder leiden an nachwirkenden Verletzungen. 

Daher ist es wichtig, dass Sturzrisiko bei älteren und durch Krankheiten vorgeschädigten Menschen aktiv zu verringen, indem konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Dies sind zum einen die personenbezogenen Maßnahmen, wie beispielsweise die Bewegung fördern, praktische Kleidung zu wählen aber auch Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Zum anderen können medikamentenbezogene Maßnahmen oder aber auch umweltbezogene Maßnahmen ergriffen werden, wie auf Stolperfallen hinzuweisen und diese zu vermeiden.

Um den vielfältigen Risikofaktoren entgegenzuwirken, sollte man als Pflegefachkraft über die Vielzahl an Maßnahmen aufklären und beraten. Doch wie genau geht man mit bestimmten Risikofaktoren um und inwieweit können dabei Hilfsmitteln helfen?

Um das herauszufinden und um ein besseres Verständnis zu schaffen, wurde für die Auszubildenden im Fachpflegeheim Alfeld der Dr. med. Anne M. Wilkening GmbH durch die Praxisanleiter Jennifer Schmidt und Katrin Rittgerott ein Workshop zum Thema Sturzprophylaxe organisiert. 

So wurden die Azubis Janina Nowotny, Simo Hamdi, Niklas Schuster und Steven Losev unter anderem mit einem Rollator, einem Rollstuhl, einer zu große Hose und einer beklebten Brille ausgestattet. Wie sich mit diesen Einschränkungen zum Beispiel ein Einkauf bewältigen lässt und wo im Alltag mögliche Hindernisse lauern, wurde von den fünf angehenden Fachkräften erprobt. Gemeinsam machten die Azubis einen Spaziergang durch die Alfelder Innenstadt und sollte dabei gezielt Hindernisse überwinden (auf eine Behindertentoilette gehen, sich im Supermarkt bewegen und eine Rampe bewältigen) und auf weitere Barrieren achten.

„Die Azubis bekommen dadurch einfach ein besseres Gespür und Verständnis für die Bewohner, was wir wiederrum für eine bessere Beratung nutzen können,“ sagt Praxisanleiterin Katrin Rittgerott. Bereits auf dem Weg in die Innenstadt fielen den Azubis einige Risikofaktoren wie das Kopfsteinpflaster, der Schotterweg oder nicht abgesenkte Bürgersteige auf. Die Wahrnehmung von Risikofaktoren der Azubis konnte durch den Workshop deutlich sensibilisiert werden.

Immer noch wird die Ausbildung in der Pflege mit „Zeitdruck, fehlende Praxisanleitung und Unzufriedenheit“ assoziiert. Das allerdings findet man im Fachpflegeheim Alfeld nicht!

Hier sind derzeit fünf Praxisanleiter im Dienst, welche sich mit Herz und Seele um die insgesamt 12 Auszubildenden kümmern. „Wir legen sehr viel Wert auf die Ausbildung. Dabei sind uns Betreuung und Anleitung sehr wichtig,“ sagt Heimleiterin Laura Jarosch.

Dein Interesse für eine Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau (m/w/d) ist geweckt und du möchtest gerne noch mehr zur Ausbildung erfahren? Oder du suchst noch einen Ausbildungsplatz für das Jahr 2023? Schreib uns hierfür einfach eine WhatsApp an die 0159/04811919. Wir freuen uns auf dich! (red)

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