Oliver und Heike Weist. Foto: Susanne Röthig

Seit 25 Jahren die perfekte Oberfläche

29.04.2021 (sr)

WWO: Vom Zwei-Mann-Betrieb zum erfolgreichen Mittelstandsunternehmen

Weist und Wienecke: Diese beiden Namen sind im Leinebergland untrennbar mit Farbe und Lack verbunden. Durch die elterlichen Betriebe vorbelastet, gründeten Oliver Weist und Rolf Wienecke vor 25 Jahren die Firma „WWO „weist + wienecke oberflächenveredelung GmbH“. Seit 2007 führt Oliver Weist die Firma allein. Seine Qualifikationen als Maler- und Lackierermeister, staatl. geprüfter Techniker der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik und Betriebswirt sind Grundlagen des Erfolges. Pulverbeschichtung spielte auch 1996 bereits eine bedeutende Rolle. Bis heute gehört es zu den umweltfreundlichsten, modernsten und fortschrittlichsten Lackierverfahren, um Metallen die perfekte Oberfläche zu geben. Dass das Firmenziel, innovative Lösungen für die Auftraggeber zu entwickeln, erreicht wurde, macht auch die Auszeichnung „TOP100 Innovator“ in 2020 deutlich. Pulver- und Effektbeschichtung, Nasslackierung, Sandstrahlen und Siebdruck gehören zu den Angeboten, auf die Firmen wie die Deutsche Bahn, Miele, AEG, Telekom und Continental zurückgreifen. Außerdem arbeitet WWO für in der Medizintechnik tätige Unternehmen, die Möbelindustrie, Gießereien, den Messe- und Ladenbau. 

SIEBEN: regional hat mit Firmengründer Oliver Weist gesprochen.

SIEBEN: regional: Aus dem Zwei-Mann-Betrieb am Brunker Stieg ist ein modernes Firmengebäude mit rund 20 Mitarbeitern an der Industriestraße geworden. Was macht WWO so erfolgreich?

Oliver Weist: Wir haben 1996 Neuland betreten. Das Verfahren der Pulverbeschichtung war damals für heimische Firmen von großem Interesse. Wir sehen Wandel als Chance und haben so unseren Kundenstamm kontinuierlich ausgebaut. Dazu gehört selbstverständlich ein moderner Maschinenpark, der eine hohe Flexibilität bei Großserien und Einzelstücken ermöglicht. Durch unser Oberflächenmanagement sind wir in der Lage, alle Kundenanforderungen für die optimale Beschichtung zu erfüllen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist selbstverständlich die ständige Optimierung unserer Prozesse. Zertifizierungen in allen Bereichen sind außergewöhnlich in der Branche. Für uns aber ist Qualitätsmanagement und Umweltmanagement ebenso selbstverständlich wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz. In unserem firmeneigenen Labor führen wir tägliche Qualitätskontrollen durch, um immer sicherstellen zu können, dass nur Qualität das Haus verlässt. Auf filigrane Abklebetätigkeiten haben wir uns vor Jahren spezialisiert. 2017 sind wir als Gewinner des „besser lackieren Award“ ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung und weitere Zertifizierungen zeigen unseren Auftraggebern, dass sie mit WWO auf einen kompetenten, verlässlichen und fairen Geschäftspartner setzen. 

Auf was legt WWO besonderen Wert?

Hoher Qualitätsstandard, Termintreue und Flexibilität bescheren uns zufriedene Kunden. Seit 2004 sind wir ein DIN-ISO zertifiziertes Unternehmen und 2006 der Qualitätsgemeinschaft Industriebeschichtung beigetreten. Neben zufriedenen Kunden tragen natürlich auch zufriedene und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Erfolg in ganz erheblichem Maße bei. Bereits 2006 erhielten wir die Auditierung „beruf und familie“ der Hertie-Stiftung, 2008 die Auszeichnung „Gesunder Betrieb“ und 2011 haben wir ein Arbeits- und Gesundheitsmanagement eingeführt. Außerdem liegt uns der Umweltschutz am Herzen. Seit Juni 2011 entspricht unsere Pulverbeschichtung den sehr hohen Anforderungen der europäischen EMAS-Verordnung. Durch die EMAS-Zertifizierung, die über die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 hinausgeht, verpflichten wir uns, freiwillige und eigenverantwortliche Leistungen im betrieblichen Umweltschutz, die deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, zu erbringen. 

Präzision bedeutet hier Handarbeit: Senkungen werden ausgeklebt, da diese nicht farblich beschichtet werden dürfen. Foto: Susanne Röthig

Welche Ereignisse in den letzten 25 Jahren waren für WWO besonders entscheidend?

Voraussetzung für das erfolgreiche Wachstum der Firma, waren in jedem Fall unsere kontinuierlichen Erweiterungen, die dann die Aufstockung unseres Maschinenparks ermöglichten, um die Fertigungstiefe immer weiter zu erhöhen. In der Pulverbeschichtungsanlage können wir Teile bis zu einem Stückgewicht von 400 Kilogramm und einer Größe von mehr als zwölf Quadratmetern bearbeiten. 2015 entstand unsere neue zweigeschossige Lagerhalle. Stetige Prozessoptimierungen und das Erreichen von hochwertigen Produktqualifikationen haben Aufträge wie die für die Deutsche Bahn erst möglich gemacht. WWO ist immer am Puls der Zeit. Auch das aktuelle Thema Digitalisierung ist bereits tief in unseren Prozessen verankert – wir sind zukunftssicher aufgestellt.

Was macht die perfekte Oberfläche aus?

Die Ansprüche an eine Oberfläche sind vielfältig. Antibakteriell, hochhitzefest, lebensmittelecht, nachtleuchtend, kratz- oder rutschfest: Jeder Auftraggeber gibt die für ihn maßgebliche Verwendung vor und wir entwickeln daraus die Oberfläche, die seinen Wünschen und Anforderungen entspricht. Außerdem kommt natürlich dem Werkstück, welches bearbeitet werden soll eine entscheidende Rolle zu. Seit Jahren arbeiten wir Hand in Hand beispielsweise mit der Alfelder Metallgießerei Wilhelm Funke GmbH zusammen. Hier werden unter anderem die Tischbehälter für die Deutsche Bahn gegossen, die wir anschließend hochwertig beschichten. Also Perfektion aus Alfeld in den Zügen der Deutschen Bahn. Außerdem sorgen wir mit einer speziellen Beschichtung dafür, dass sich Graffiti-Schmierereien besser von den Zügen entfernen lassen.

Pulverbeschichtung am Beispiel eines Flusensackbehälters einer großen Waschmaschine, die im Hotelbereich oder auf Kreuzfahrtschiffen zum Einsatz kommt: Die einzelnen Rohteile werden an der Förderbahn aufgehängt, dann vollautomatisch entfettet und vorbehandelt. Anschließend (linkes Bild) erfolgt, in diesem Fall händisch, die Beschichtung mit Pulverlack. Nach dem Einbrennvorgang im Ofen (mittleres Bild) werden alle Einzelteile zusammengebaut und für den Transport verpackt (rechtes Bild). Fotos: Susanne Röthig

Was verbindet Sie mit der SIEBEN: regional?

Allein schon das Gründungsjahr 1996. Außerdem ist die Druckqualität hochwertig und kommt damit meiner Affinität für die schöne Oberfläche sehr entgegen. Obwohl die Online-Veröffentlichung mittlerweile immer mehr in den Vordergrund rückt, habe ich immer noch gern ein Print-Exemplar in der Hand und informiere mich über die Angebote in der Region. Lange Zeit habe ich die Ausgaben sogar gesammelt.

Wer mehr über die Arbeit von WWO wissen möchte, kann sich auf der Internetseite www.pulver-wwo.de informieren.  

Anmerkung in eigener Sache: Zum Jubiläumsjahr öffnet die SIEBEN: regional ihr Archiv. Seit März 2021 können Interessierte dieses über www.sieben-region.de nutzen. In der November-Ausgabe 1996 berichtete die SIEBEN: regional unter anderem erstmals über die Firma WWO.

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