© Landkreis Hildesheim – Die ersten Schilder wurden zwischen Himmelsthür und Emmerke aufgestellt

Rücksicht macht Wege breit

12.04.2022, Landkreis Hildesheim

Schilder an ländlichen Wirtschaftswegen werben für ein besseres Miteinander von Radverkehr und Landwirtschaft

„Rücksicht macht Wege breit“ – so lautet das Motto einer Aktion, die im Landkreis Göttingen entwickelt wurde. Nun soll diese auch im Landkreis Hildesheim umgesetzt werden.

Viele Radwegeverbindungen führen über ländliche Wirtschaftswege, die nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmet sind. Diese Wege dienen grundsätzlich der Land- und Forstwirtschaft und dem Anliegerverkehr sowie für Erholungszwecke und auf eigene Gefahr auch Radfahrenden. Rund zehn Prozent des im regionalen Radverkehrskonzept definierten Netzes verlaufen auf solchen Wirtschaftswegen, dazu große Teile der touristischen Routen. Darüber hinaus werden landwirtschaftliche Wege gerne für Alltags- und Freizeittouren genutzt. Wirtschaftswege stellen dabei oft eine gute Alternative zur Benutzung von Straßen dar, ermöglichen direkte Verbindungen zwischen den Orten und spielen somit eine wichtige Rolle im Radverkehrsnetz.

In der Regel sind die Wirtschaftswege allerdings nicht so bemessen und ausgebaut wie es für öffentlich gewidmete Straßen vorgesehen ist. Der im öffentlichen Straßenverkehr sogar vorgeschriebenen gegenseitigen Rücksichtnahme kommt hier deshalb besondere Bedeutung zu.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Kommunikation und das Verständnis zwischen den Landwirten mit den immer größer werdenden Maschinen auf der einen und der zunehmenden Zahl der Radfahrenden auf der anderen Seite zu verbessern. 

Genau hier setzt „Rücksicht macht Wege breit“ ein. Für dieses Projekt wurden Schilder entwickelt, die an beide Seiten appellieren, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Zugleich verdeutlichen sie, dass die Benutzung der Wege für Radfahrende auf eigene Gefahr geschieht. Radfahrende gehen oft selbstverständlich davon aus, dass die Fahrzeugführer von schweren Maschinen und Traktoren problemlos ausweichen können. Dies ist jedoch in der Regel nicht möglich. Im Zweifelsfall müssen Radfahrende auch mal absteigen und das Fahrzeug vorbeilassen. In jedem Fall ist eine freundliche Verständigung untereinander der Schlüssel für eine gefahrlose Begegnung. 

Das für das regionale Radverkehrskonzept zuständige Amt für Kreisentwicklung und Infrastruktur hat sich gemeinsam mit dem Landvolk Hildesheim auf die Aktion verständigt und geeignete Wegeverbindungen ermittelt. Die Städte und Gemeinden haben dann mit den jeweiligen Eigentümern den Kontakt hergestellt. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt im Landkreis anschieben können. Uns ist es wichtig, für unsere Bürgerinnen und Bürger pragmatische Lösungen für eine Stärkung des Radverkehrs zu finden. Wie nahe die Lösungen manchmal liegen, zeigt diese Aktion. Hier ziehen alle an einem Strang und dafür bedanke ich mich bei allen Beteiligten und ganz besonders bei den Landwirten“, so Erste Kreisrätin und Dezernentin für Umwelt und Kreisentwicklung, Evelin Wißmann. Die Schilder sollen zunächst im nordwestlichen Kreisgebiet auf den Strecken des regionalen Netzes sowie den touristischen Wegen probeweise aufgestellt werden. Wenn sich das Projekt bewährt, ist eine Ausdehnung auf das übrige Kreisgebiet vorgesehen – weitere Schilder sind bereits vorhanden.

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