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Es ist kompliziert

 

Liebe Leserinnen und Leser, ein Graben soll im Leinebergland ausgehoben werden. Die Stromtrasse „SuedLink“ könnte durch unsere Region verlegt werden, knapp am Tal der Leine vorbei, in grober Nord-Süd-Richtung. Noch steht das im Konjunktiv. Aber es handelt sich um die sogenannte Vorzugstrasse, die der Betreiber Tennet vorschlägt.

 

Die Meinungen sind gespalten. Aber während bei anderen Themen manchmal Meinungsverschiedenheiten durch die Familien gehen, gar Partnerschaften trennen, kann die Zerrissenheit bei dieser Windstromleitung sogar Einzelpersonen betreffen. Man wird zur gespaltenen Persönlichkeit.

 

Will man doch auf der einen Seite saubere Energie, weg von der Nutzung fossiler Brennstoffe, der Atomkraft sowieso, also hin zu regenerativen Energien. Ist dies das Ziel, heißt das aber im zweiten Schritt, auch die Infrastruktur, die dafür nötig ist, zu akzeptieren: Windräder, aber auch die Stromtrassen. Denn irgendwie muss der Saft ja durchs Land geleitet werden.

 

Allein die Vorstellung, dass das Leinebergland aufgegraben wird und mit einer Wunde dar liegt, ist schwer zu akzeptieren. Ein Landwirt versichert glaubhaft, dass auf gestörtem Boden der Ertrag lange nicht so gut ist wie auf unversehrtem. Die Aussagen des Bauern stammten aus dem Ambergau. Dort sollte die Trassenführung ursprünglich entlanglaufen, dort ist die Bevölkerungsdichte auch deutlich geringer.

 

Es war eine große Überraschung, als sich das Unternehmen jetzt für eine andere Route entschied. Aus Richtung Hannover geht es ins SIEBEN:-Verbreitungsgebiet westlich von Elze, östlich von Mehle, zwischen Esbeck und Eime hindurch, weiter zwischen Külf und Duinger Berg entlang, Brünighausen liegt auf der Strecke, zwischen Brunkensen und Warzen hindurch, westlich des SIEBEN:-Sitzes Gerzen vorbei, um Delligsen herum und dann Richtung Ammensen. Dieser Korridor liegt dicht an Ortschaften und Waldgebieten, kreuzt die Mathildenhöhle bei Ammensen.

 

Jeder mit Ortskenntnis wird mit dem Kopf schütteln. Aber es ist so: Wir wollen saubere Energie nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Es ist kompliziert.

 

Dabei gibt es ja auch innovative Ideen: Eine Firma bietet ein neues Verfahren an, bei dem eine Verlegung entlang der Bundesautobahnen möglich wäre. Die Idee wäre es wert, geprüft zu werden. Stattdessen sind wir gespalten. Wir stehen nicht rechts oder links an dem Graben, wir stehen mittendrin.

 

 

Beim Lesen dieser Ausgabe wünschen wir allen viel Vergnügen.

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