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Revolutionen und Randnotizen

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

es ist die jährliche, kleine Revolution: Der Wechsel von einem Jahr zum nächsten, der Abschied von der einen, die Annahme einer neuen Jahreszahl. Blicken wir noch einmal zurück auf 2018. Kurz zusammengefasst: Im Jahr 2018 ist viel passiert, aber nicht so viel, wie in manchen anderen Jahren. Zumindest keine Revolutionen. Die haben nämlich eine auffällige Häufung in Jahren mit der Zahl acht hinten.

 

1848 trafen sich die Delegierten der Frankfurter Nationalversammlung, der ersten frei gewählten Volksvertretung der deutschen Lande. Das war eine Revolution! In der Folge wurde ein Mann namens Johann Ernst Arminius von Rauschenplat Mitglied des Vorparlaments zur Frankfurter Nationalversammlung. Und warum wird er hier erwähnt und sogar mit einem Bild abgedruckt? Er ist 1807 in Alfeld an der Leine geboren, am 21. Dezember ist sein 150. Todestag. In der Zeitspanne seitdem wurde er fast gänzlich vergessen – von Rauschenplat, der Revolutionär und Freiheitskämpfer.

 

Aufgefallen ist Rauschenplat bereits im Januar 1831 als Initiator der sogenannten „Göttinger Revolution“. Es ging um die Forderung, unzensierte Texte zu veröffentlichen. Die Folge: Proteste, Solidarisierungen und schließlich ein Aufstand. An der Spitze stand Rauschenplat, unterstützt von Studenten. Der Göttinger Magistrat und der Polizeikommandeur wurden abgesetzt, ein Gemeinderat gebildet – außergewöhnlich im Königreich Hannover. Rauschenplat war Vorbereiter der Göttinger Sieben, aber das ist eine andere Geschichte. Bei der Märzrevolution von 1848 war er dagegen wohl auch dabei und trat später in den Polizeidienst ein. Er wurde amnestiert und übersiedelte schließlich nach Hannover, wo er 1868 in geistiger Umnachtung starb.

 

Nach diesem kleinen Exkurs, weitere revolutionäre Jahreszahlen: Die Novemberrevolution stand am Ende des 1. Weltkrieges, dem Sturz der Monarchie, und am Beginn der parlamentarische Demokratie, der Weimarer Republik. 1938 stand Deutschland kurz vor dem zweiten Weltkrieg.

Japan führte bereits Krieg mit der Sowjetunion und China. 1948 kam die Währungsreform.

 

 20 Jahre später kam es zu einer besonderen „Umdrehung“ der Verhältnisse: Die 68er-Bewegung revolutionierte das Privatleben und eroberte die Straßen - der Summer of Love. Zeitgleich der Prager Frühling und die Märzunruhen in Polen. Schließlich 1998 – damals eine Revolution, heute eine Randnotiz: Gerhard Schröder löst Helmut Kohl als Bundeskanzler ab.

 

In dieser Vorweihnachtszeit über Revolutionen nachzudenken, führt vielleicht etwas zu weit. Es herrscht viel eher das Bedürfnis, sich einzukuscheln in der Behaglichkeit. Deshalb ist für 2018, im letzten Monat des Jahres, keine Revolution mehr zu erwarten. Es sei denn, der Jahrmarkt fiele aus. Dann bräche ein Proteststurm los! Oder die revolutionsmäßige Silvesterknallerei würde verboten werden. Das wäre sogar eine Revolution, der man sich vernünftigerweise sogar anschließen könnte. Eine stille Revolution.

 

Wir hören, sehen und lesen uns in 2019 wieder.

 

Viel Spaß in der Vorweihnachtszeit und beim Jahreswechsel wünscht

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