Naturschutz und Artenschutz durch Jagd und Hege

Jägerinnen und Jäger sind durch das Bundesjagdgesetz zur Hege und zum Schutz der Natur verpflichtet, denn nur vielfältig strukturierte und möglichst naturnahe Lebensräume bieten Wildtieren sowie Pflanzenarten optimale Lebensräume. Die Jagd unterstützt somit die biologische Vielfalt. Hegeringe sind eine organisatorische Einheit der Jagenden vor Ort unter dem Dach des Deutschen Jagdverbandes.  

Um Rehkitze zu schützen, sucht Andreas Kelpe mittels einer Drohne kurz vor dem Mähen die Wiese ab.

Die Revierinhaber führen Hegemaßnahmen in den Revieren durch, die nicht nur dem jagdbaren Wild, sondern der kompletten Flora und Fauna zugutekommt. Dazu gehören beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Landwirten das Absuchen von Wiesen direkt vor dem Mähvorgang, um Gelege und Rehkitze zu schützen. Dieses Absuchen erfolgt immer öfter auch mit Unterstützung von Drohnen. Eine weitere Maßnahme der Hege ist die Anpflanzung von Hecken, um so wieder die früher weit verbreiteten Feldraine abzubilden, die besonders Rebhühnern, Hasen, Singvögel und Kleinlebewesen Lebensräume bieten. Darüber hinaus schützen Anpflanzungen Felder vor Wind und somit vor Austrocknung. 

„Wir sind gesetzlich verpflichtet, einen angepassten Wildbestand zu erzeugen“, erklärt Uwe Stave, Leiter des Hegerings 1, der Jägerschaft Alfeld. „Es gilt die Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen und den Wildbestand entsprechend zu pflegen. Das war in den letzten beiden Jahren teilweise nur eingeschränkt möglich, da besonders die großen Jagden, die in der Regel für gute Abschusszahlen sorgen, nicht stattgefunden haben. Nach der Sieben-Berge-Jagd, die in diesem Jahr im November stattfand, zeichnet sich ab, dass die Abschusspläne im aktuellen Jagdjahr (1.4.22 bis 31.3.2023) erfüllt werden.“  

Verringerung der Tierseuchengefahr

Die Hege sorgt also für Artenvielfalt, die durch die Bejagung zu großer Bestände unterstützt wird. Wildschweine und Rehe zum Beispiel richten nicht unbedeutende Schäden in der Land- und Forstwirtschaft an. Füchse haben kaum natürliche Feinde, breiten sich so immer weiter aus und dringen immer weiter in menschliche Siedlungsgebiete vor. Die Ausbreitung invasiver Arten wie beispielsweise Waschbär oder Nilgans soll eingedämmt werden, damit heimische Arten wie Singvögel und Enten geschützt und nicht verdrängt werden. Außerdem wird durch die Bestandsregulierung die Gefahr eines Ausbruchs von Tierkrankheiten wie Schweinepest, Räude, Staupe oder Tollwut verringert.

Luchs verbreitet sich weiter

Darüber hinaus liefern Jägerinnen und Jäger seit drei Jahrzehnten Zahlen zur Wildtiererfassung, die es ermöglicht auf starke Verbreitung oder Rückgang der Wildtierbestände entsprechend zu reagieren. Auch beim Luchsprojekt Harz hat die Jägerschaft entscheidend bei der Auswilderung mitgearbeitet, sodass der Luchs inzwischen Räume einnimmt, die in der Flächenausdehnung nicht erwartet wurden. So geht es aus dem Landesjagdbericht 2020/2021 hervor. 

Die Umweltbildungsinitiative „ErlebnisNatur – ist doch Ehrensache“ ist ebenfalls ein Ergebnis der Zusammenarbeit der Jägerschaft mit den Anglerverbänden und begeistert beispielsweise mit Infomobilen Kinder für das Thema Natur. Mehr darüber, viele weitere Information und anschauliche Bilder zum Wild in Niedersachsens Wäldern gibt es im neu erschienen Landesjagdbericht 2021/2022 unter www.ml.niedersachsen.de.

Nachhaltiges Lebensmittel

„Wildtiere ernähren sich ausschließlich vom Nahrungsangebot, das die Natur ihnen bietet. Wildfleisch ist somit für mich ein nachhaltiges Lebensmittel, das nicht durch Medikamentengaben belastet ist. Es ist mager, eiweißreich, cholesterin- und kalorienarm und bekömmlich. Die Tiere haben keinen Transportstress. Durch die Direktvermarktungsmöglichkeiten an den Endverbraucher, Restaurants oder Fleischereien in der Region sind die Wege ebenfalls kurz. Protokolle geben Auskunft über die Herkunft des Fleisches und die Jäger haben durch die strengen Regeln der Wildbrethygiene entsprechende Erfahrung und Sachkunde im Umgang mit dem Lebensmittel“, erklärt Uwe Stave. „Auf Vorrat gibt es frisches Wildbret dort zwar nicht immer – Jagderfolge sind schließlich nicht planbar. Hochsaison ist allerdings in den Monaten Oktober bis Januar.“

Jäger, die regelmäßig Wildbret verkaufen, erkennen Sie am „Wild aus der Region“-Logo z.B. am Auto oder am Haus. Sprechen Sie Ihnen bekannte Jägerinnen oder Jäger einfach an und lassen sich beraten. Rezepttipps gibt es oft gleich dazu. Weitere Information finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Jagdverbandes. (sr)

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