Fotos: Susanne Röthig

Lars Rogge schafft zeitgemäße Wohnungen und modernes Arbeitsumfeld

02.02.2022, (sr)

„Eine Stadt hat das Image, das ihr die Bürger zutrauen“, so Lars Rogge. Alfelds Image hat zurzeit angesichts einer Ruine an prominenter Stelle, auf Eis liegender Bauprojekte und vieler Leerstände Luft nach oben. Lars Rogge, dessen Firma 1926 von seinem Großvater in Königsberg (Ostpreußen) gegründet wurde und seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihren Sitz in Alfeld hat, setzt seit einigen Jahren auch verstärkt auf Immobilien in seiner Heimatstadt. „Alfelds Potenzial ist mit der Anbindung an Hannover, mit den vielfältigen Schulformen, attraktiven Arbeitsplätzen, allen Einkaufsangeboten, die den täglichen Bedarf abdecken, und den Freizeit- und Sportmöglichkeiten außerordentlich gut“, so der Chef der Rogge-Gruppe. 

Durch die immer weiter steigenden Preise in den Ballungsgebieten und die starke Entwicklung zu mehr Homeoffice oder anderen flexiblen Arbeitsmodellen suchen besonders Familien immer mehr im erweiterten Speckgürtel der Großstädte nach bezahlbarem Wohnraum. Den finden sie in Alfeld und Umgebung. Steigende Preise im Bereich von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen belegen diese höhere Nachfrage. Besonders den Hinweis auf die Überalterung von Alfeld sieht Lars Rogge als überbewertet an. „In maximal zehn Jahren sieht das hier anders aus. Freiwerdende Immobilien werden in Gemeinden mit guter Infrastruktur wieder bezogen“, ist er sich sicher. „Vielleicht bleiben die Kinder der bisherigen Einwohner nicht hier in der Stadt, aber dafür kommen andere Familien“, so der Vater einer 20-jährigen Tochter. Wichtig sei aber, dass Eigentümer, Mieter und Gewerbetreibende nicht durch Steuererhöhungen, wie aktuell gerade geplant, verschreckt werden und die Wettbewerbsfähigkeit Alfelds dadurch geschwächt wird. 

Lars Rogge (rechts) und sein technischer Leiter Peter Jäger sind zufrieden mit dem Ergebnis. Die Fassaden zum Hofbereich werden noch gedämmt und mit hellen Platten verkleidet. Begrünung und Sitzmöglichkeiten sollen später zum Verweilen auf der Hoffläche einladen.

Innenstadt der Zukunft: zeitgemäßes Wohnen, kulturelle Angebote und moderner Handel  

„Auch die Innenstadt wird nicht sterben. Städte haben sich immer verändert. Nur kommen wir sicher nicht zurück zu dem Maß an inhabergeführtem Einzelhandel, wie er das Stadtbild vor einigen Jahrzehnten prägte. Die Innenstädte werden zukünftig wieder multifunktionaler und daher zum Beispiel auch wieder mehr Platz zum Wohnen bieten. Kulturelle Angebote, Dienstleistungen und zeitgemäßer Handel sorgen für ein attraktives Umfeld. Kreative Ideen sind hier gefragt. Um den Wandel möglich zu machen, müssen wir die Machbarkeit suchen und nicht immer die Probleme oder nur die Einzelinteressen sehen“, sagt der Unternehmer, der Vorsitzender der Standortgemeinschaft Innenstadt Alfeld ist, auch im Hinblick auf die Seveso III-Richtlinie. 

Förderprogramme sollen Veränderungen finanziell möglich machen / Ideen sind gefragt 

Die Standortgemeinschaft, die die Interessen der Eigentümer, Anwohner und Gewerbetreibenden vertritt, setzt neben eigenen Aktivitäten auch auf die Städtebauförderung und hofft auf finanzielle Unterstützung durch entsprechende Programme, für die die Planungen in Alfeld bereits gestartet sind. Bei der Vorbereitung im Rahmen des ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) hofft Lars Rogge, dass sich Institutionen, Einrichtungen und Bürger mit vielen Ideen beteiligen, um die Bewerbung zum Erfolg zu führen. Das Geld könnte helfen, Alfelds Innenstadt wieder zum „lebendigen Zentrum“ werden lassen.   

Die Farbgestaltung hebt die Zierelemente an der vorderen Fassade hervor.

Bauvorhaben Leinstraße 23 und 29 fast abgeschlossen / Kurze Straße 9-11 folgt 

Zeitgemäßen Wohnraum und ein modernes Arbeitsumfeld hat Lars Rogge im Objekt Leinstraße 23 geschaffen. Das Sanitätshaus Brandes & Diesing hat hier seinen Sitz, die vier Wohnungen (SIEBEN: berichtete), teilweise mit Freisitz und historischen Elementen im Innenbereich, gehen ab März 2022 in die Vermietung. Die Sanierung und Renovierung führten, das ist Lars Rogge besonders wichtig, größtenteils heimische Handwerksbetriebe aus. Ebenso wie an der Leinstraße 29. Hier hat der Verein Region Leinebergland sein neues Domizil erhalten. Für Wohnungen im Obergeschoss ist das Gebäude aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht geeignet. Restarbeiten an den Fassaden zum neu entstandenen Hofbereich erfolgen noch. Als nächstes Objekt steht die Kurze Straße 9- 11 auf dem Plan. Im Erdgeschoss entstehen Büroräume, die als Coworking-Spaces zum flexiblen Arbeiten genutzt werden können oder für kleine Handwerksbetriebe beziehungsweise als Läden geeignet sind. Die Wohnungen im OG sind bereits vermietet. 2023 sollen dann in der Winde 3 hochwertige Wohnungen entstehen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite Stellplätze erhalten. „Die Zufahrtsmöglichkeiten für die Anlieger müssen in der Innenstadt besser werden, um eine komfortable Erreichbarkeit der Immobilien zu ermöglichen“, so Lars Rogge. Auch für die Jugendwerkstatt gibt es eine Lösung: Das ehemalige Feuerwehrhaus Winde 14 wird entsprechend umgestaltet und bleibt der Einrichtung somit als Standort erhalten. Der Unternehmer plant, weitere Objekte in der Innenstadt zu erwerben, um diese zu sanieren und zu vermieten. Er teilt die Meinung der Stadtverwaltung, dass neue Baugebiete verhalten ausgewiesen werden sollten, um die Kernstadt nicht zu veröden. „Möglich sind die Veränderungen hin zur Innenstadt mit Aufenthaltsqualität nur durch die gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen.“