Liebe Leserinnen und Leser,
Echt jetzt?
Das mag manchem von uns in den Sinn kommen, wenn wir realisieren, dass schon wieder der fünfte Monat des Jahres angebrochen ist. Hä? Grad lag doch noch Schnee, und jetzt ist alles grün rings umher, es blüht, der Maibaum löst gefühlt direkt den Weihnachtsbaum ab, der Alfelder Frühlingsmarkt liegt schon wieder hinter uns, die gewünschte Sommerfigur ist doch noch gar nicht erreicht.
„Echt jetzt?“, oder auch auf gut Berlinerisch „Det jibt es doch janich“, wenn nicht gar „Das crazy“ mögen wir aber auch denken angesichts der allgemeinen Weltlage, der jüngsten politischen Ereignisse, Vorschläge, Umfrageergebnisse oder KI generierten Fotos und Meldungen.
Unlängst rieben wir uns verwundert die Augen, als wir zufällig lasen, für welche Partei eine langjährige Freundin bei den Kommunalwahlen antritt. Echt jetzt? Das hätten wir nie gedacht! Erst da fiel uns auf, dass wir uns immer politisch gleich verankert gesehen hatten, und wie gut man sich doch verstehen kann, selbst wenn das gar nicht der Fall ist.
Wie absolut wunderbar! Genauso sollte es sein in einer Demokratie, viel zu selten erinnern wir uns daran, sondern grenzen sofort aus, werten ab, drücken Stempel auf, hören einander nicht mehr zu, bewegen uns nur noch unter vermeintlich Gleichgesinnten. Wir brauchen wieder mehr Mut, aufeinander zuzugehen, die Einsicht, dass eine konstruktive Streitkultur, bei der Argumente ausgetauscht werden und man einander nicht nur Parolen um die Ohren haut, etwas Positives ist, von dem alle profitieren. Sprich: Wir brauchen wieder mehr Dialogräume und eine Debattenkultur.
Da kann uns doch niemand einreden, dass dies heutzutage nicht mehr möglich sei! Dialog kann – wie auch viele Beispiele aus unserer Region zeigen – muss aber durchaus nicht immer organisiert sein. Ja, leider gibt es immer weniger Kneipen mit zwangloser Begegnung. Aber grade machen doch wieder die Biergärten auf, in denen man bis dato unbekannte Menschen treffen, gemeinsam Spaß haben und vor allem miteinander sprechen kann.
Wie wunderbar lässt es sich auch beim gemeinsamen Wandern in den Sieben Bergen reden. Schon die Philosophen im alten Griechenland machten sich gemeinsame Spaziergänge zunutze, um Ideen über die Welt auszutauschen und zum Wohle aller weiterzuentwickeln.
Die Freiheit in der freien Natur können Sie aber auch wunderbar zum freien Gedankenaustausch bei den vielen Veranstaltungen rund um das 111-jährige Bestehen der Naturfreunde und -Freundinnen sowie 95 Jahre Schlehberghütte genießen.
Ganz sicher finden Sie noch etliches im Heft, dass Sie zum konstruktiven Austausch anregt, ganz direkt, ohne weitere Kommunikationsmittel. Einzig allein mit Ihrem Körper, Ihrer Stimme und Ihrer Mimik. Echt jetzt? Selbstverständlich!
In diesem Sinn: bleiben Sie neugierig, beweglich und zuversichtlich und haben Sie wie immer viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe
Ihre SIEBEN:






