Vom zeitigen Frühjahr, bisweilen schon im Februar, bis in die Sommermonate hinein, begleitet uns als Zeitungsleser:innen der Weißstorch.
Storchenfreunde stellen überall Masten als Brutplatzangebot auf. Fleißige Beobachter zählen alle Jungvögel in den besetzten Horsten. Ein Paar hat sein Nest auf einem Mast der Bahnstromleitung gebaut. Ein anderes Paar hat seine Jungen gar aus dem Horst geworfen. Warum nur? Böse Leserbriefe in der Zeitung – „diese schlechten Eltern“. Das sind menschliche Maßstäbe, die wir nicht auf die Tierwelt übertragen dürfen. Störche nehmen gern das Angebot künstlicher Horste an, erspart es ihnen doch den kräftezehrenden Kampf um Partner und Brutplatz. Was aber fehlt, ist die Nahrung, die nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht. Das zwingt die Störche zu dieser drastischen Form der Geburtenkontrolle.

Die große Aufmerksamkeit für den Storch ist erfreulich, denn mit seinem schwarzweißen Gefieder, mit dem langen roten Schnabel und den roten Beinen zählt er zu den besonders attraktiven und kaum verwechselbaren Vogelarten unserer Heimat. Aber wo kann ich die Störche in ‚freier Wildbahn‘ beobachten?
Der OVH empfiehlt als Orientierungshilfe das gut ausgebaute Radwegenetz, vor allem den Leine-Heide-Radweg und den Innerste-Radweg.

Wer vom Leinewehr in Alfeld flussabwärts fährt, kann schon beim Rittergut Limmer mit etwas Glück den Storch bei der Nahrungssuche beobachten, ebenso auch auf der Parallelstrecke über Eimsen und Brüggen nach Gronau. Vom nördlichen Stadtrand Gronaus erstrecken sich weite Wiesen bis nach Burgstemmen, ideal als Nahrungsrevier für den Storch. Über Betheln führt der Radweg entlang der Straße nach Burgstemmen, wo die Leinebrücke den Blick auf die nassen Wiesen ermöglicht. Ähnlich ist die Situation im Innerste- und Nettetal. Der Innerste-Radweg mit seinen Stationen bietet von der Marienburg an, über Derneburg und Bockenem vorbei bis nach Königsdahlum vielfältige Beobachtungsmöglichkeiten. In den Tälern von Leine, Innerste und Nette stellt die Paul-Feindt-Stiftung dem Storch mehrere hundert Hektar als Nahrungsrevier zur Verfügung. Unseren Pächtern sind wir sehr dankbar für ihre Mitarbeit an dieser Naturschutzarbeit. Sie als Beobachter:in können damit rechnen, vom Herbst bis ins nächste Frühjahr hinein Störche zu sehen.
Wir freuen uns über Ihre Meldungen unter wiesenvogelschutz@ovh-online.de






