Foto: SPD-Bundestagsfraktion, 2006

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist gestorben

1.11.2020 (gw)
Mit dem Bundestagsvizepräsidenten  und ehemaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Thomas Oppermann verstarb ein engagierter Politiker mit tiefer Verbundenheit zur Stadt Alfeld (Leine).

„Wir haben am 26. Oktober einen der stärksten Förderer unserer Heimatstadt auf Bundesebene, einen wertvollen Menschen und einen guten Freund verloren. 

Thomas Oppermann hatte in Alfeld im Ortsteil Wispenstein seine zweite Heimat gefunden. Unzählige Male hat er uns offiziell und privat besucht. Ihm lag Alfeld im wahrsten Sinne des Wortes am Herzen,“ schreibt Bürgermeister Bernd Beushausen auf Facebook.

Der SPD Politiker Oppermann gab Ende der 1990er Jahre als Niedersächsischer Wissenschaftsminister den wichtigen Impuls, das Fagus-Werk solle sich um die Anerkennung als UNESCO-Welterbestätte bewerben. 

Auch nach seinem Wechsel nach Berlin begleitete er als Vorsitzender des Kuratoriums Fagus-Werk den langen Prozess bis zur Anerkennung. 

„Mit seinem Engagement hat er ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass das gesteckte Ziel 2011 mit der Verleihung des UNESCO-Welterbestatus für das Fagus-Werk erreicht werden konnte. Gerade wegen dieser Verdienste wurde Thomas Oppermann Ehrenvorsitzender des gemeinnützigen Vereins der Freunde und Förderer der UNESCO-Welterbestätte Fagus-Werk,“ betont Karl-Heinz Duwe, Vorsitzender des Fagus-Fördervereins.

„In all seinen verantwortungsvollen Funktionen, auch als Bundestagsvizepräsident, blieb er für die Alfelder immer ein verlässlicher Ansprechpartner für so manche Problemlösung in unserer Heimatstadt. Dabei 

nutzte er seine hervorragenden Verbindungen in die Landespolitik.“

Oppermann (Jahrgang 1954) ging in Einbeck zur Schule. Nach dem Abitur und einem längeren USA-Aufenthalt studierte er an der Universität Göttingen Jura und engagierte sich bei den JUSUs. Nach dem Staaatsexamen war Oppermann von 1986 bis 1990 Richter an den Verwaltungsgerichten in Braunschweig und Hannover. 

Ab 1990 war er Mitglied im Niedersächsischen Landtag, zunächst rechtspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Im März 1998 wurde Oppermann als Minister für Wissenschaft und Kultur in die vom späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Landesregierung berufen.

2005 gewann er direkt den Wahlkreises Göttingen und ging als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag nach Berlin. Von 2007 bis 2013 war er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Nach der Bundestagswahl 2013 wurde Oppermann zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt. Seit 2017 war Thomas Oppermann als Bundestagsvizepräsident einer der Stellvertreter von Wolfgang Schäuble (CDU).

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