Bitte einsteigen bei mobil@leine!

01.02.2022, (red/ne)

Die Pilothaushalte aus der Samtgemeinde Leinebergland für den flexiblen Jugendbus mobil@leine stehen fest

Die Samtgemeinde Leinebergland bringt ab Mitte März 2022 einen flexiblen Jugendbus auf die Straße. mobil@leine heißt das innovative ÖPNV-Projekt, bei dem zwei Kleinbusse via App gebucht werden können und die Kinder und Jugendlichen flexibel an ihre Ziele bringen. mobil@leine ist Teil des ÖPNVs und soll die Linienbusse ergänzen. Die Jugendbusse werden daher auch vom Regionalverkehr Hildesheim (RVHI) gefahren. 

Insgesamt über 50 Familien aus der Samtgemeinde Leinebergland haben sich bis zum Anmeldeschluss gemeldet und wollen den flexiblen Jugendbus in der ersten Phase testen. In einer Informationsveranstaltung im Dezember konnten sie bereits konkrete Fragen zum Projekt stellen.

Auch Jack ist als Testperson bei mobil@leine dabei. Der Dreizehnjährige ist vor Kurzem mit der Familie von Gronau nach Deinsen gezogen. In seiner Freizeit ist er bei der Jugendfeuerwehr aktiv und macht Thekendienst im Jugendzentrum (JUZ) Gronau. Die Treffen enden häufig erst nach 19 Uhr. Die Linie 641 fährt zwar beinahe stündlich, die letzte Abfahrt nach Deinsen ist jedoch um 18:58 Uhr. Damit ist mobil@leine für ihn eine Möglichkeit, weiterhin seine Hobbies ausüben und auch nach 19 Uhr noch mobil sein zu können – und das ohne Eltern-Taxi. 

Familie Finger aus Betheln hat sich auch als Pilothaushalt angemeldet. „Wir freuen uns sehr über dieses Projekt, denn wir halten das Ziel für genau richtig: Mobilität im ländlichen Raum verbessern und zwar ökologisch sinnvoll!“, so Lutz Finger. Die Familie hofft, dass das „Eltern-Taxi“, welches viel Zeit und Geld kostet und zur Hälfte leer fährt, verringert werden kann. Der Freundeskreis der Kinder ist zudem seit dem Wechsel auf die weiterführende Schule über die eigene Ortschaft hinausgewachsen und auch die Fahrt zu Hobbies, wie der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Eime, kann ab März dann mit mobil@leine eigenständig erledigt werden. Nach der ersten Pilotphase soll das Angebot mithilfe der bisher gesammelten Erfahrungen der Pilotfamilien verbessert werden. „Gerne teilen wir unsere Erfahrungen mit und tragen so aktiv dazu bei, die Mobilität bei uns vor Ort zu verbessern“, so Lutz Finger. 

Wer den Anmeldeschluss für die  erste Pilotphase verpasst hat, kann sich auf die zweite Phase freuen, denn nach den Sommerferien wird das Angebot für alle Kinder und Jugendlichen aus der Samtgemeinde Leinebergland geöffnet. Anmeldungen können auch jetzt schon abgegeben werden. Das Anmeldeformular dafür ist auf der Projektwebsite herunterladbar (www.mobil-leine.de). Insgesamt wird das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Projekt bis April 2023 in der Samtgemeinde Leinebergland unterwegs sein. Anschließend wird die Analyse zeigen, ob das Angebot angenommen wird und sich wirtschaftlich tragfähig verstetigen lässt.