Zwischen Tradition und Moderne
Von Weihrauch, Gold und Märchen aus 1001 Nacht oder einer Reise ...
Ein Reisebericht
Wenn man die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman bereist, gibt es mindestens einen Punkt, über den man sich keine Sorgen machen muss: die Sicherheit. In keinem anderen Land, das ich bisher bereist habe, fühlte ich mich so sicher wie hier. Die Infrastruktur ist ausgezeichnet, das Fahren mit dem Mietwagen kein Problem (ein Allradfahrzeug ist nicht unbedingt nötig) und die Menschen sind extrem freundlich und hilfsbereit. Die Nebenkosten sind niedrig (Benzin, Taxi, Restaurantbesuche) und die Auswahl gerade in den Malls gigantisch.
Die Reise beginnt und endet in Dubai. Selbst bei der Ankunft nachts, beeindruckt die hohe Temperatur beim Ausstieg aus dem Flugzeug. Nach der einfachen Einreise (Visum am Flughafen) ging es erst einmal für drei Tage zum Entspannen ins Iberotel Miramar nach Fujairah. Das ist eines der Vereinigten Arabischen Emirate. Ich kann jedem Reisenden nur empfehlen es langsam angehen zu lassen, da der Körper bei 40 Grad im Schatten erst einmal eine Eingewöhnungsphase braucht.
Nach den drei Tagen folgt eine ca. 600km lange Fahrt nach Nizwa in den Oman. Obwohl die Straßen gut ausgeschildert sind, verfahren wir uns. Zum Glück lag ein paar Kilometer zurück eine Polizeistation, und der diensthabende Polizist ist so erfreut über die Abwechslung, dass er uns erst einmal zu Datteln und Tee einlädt, bevor wir weiterfahren können. Nach den Formalitäten und der Visaerteilung an der Grenze, geht es über die gut ausgebauten Straßen nach Nizwa im „Al Hagar“ Gebirge. Auf der Fahrt dorthin passieren wir u.a. Balha mit einer der imposanten Festungsanlagen (Forts) des Oman. Nizwa ist der ideale Ausgangspunkt für eine Tour ins Jebel Akhdar Bergmassiv. Hierzu benötigt man allerdings aus Sicherheitsgründen ein Allradfahrzeug, wie uns ein freundlicher Polizist am Kontrollposten zu Beginn der Bergstraße ins Jebel Akhdar zu verstehen gibt. Also drehen wir um, fahren zurück in den kleinen Ort am Fuße der Bergstrasse und mieten uns dort einen Geländewagen - so einfach ist das im Oman.
Das Jebel Akhdar ist bekannt für sein Rosenwasser. Damit wird sogar der Sultan des Oman beliefert. Das Gebirge ist sehr karg, aber es gibt immer mal wieder eine grüne Oase, in der sich die Menschen angesiedelt haben. Von Nizwa aus geht es nach Sur, unserem südlichsten Abstecher im Oman. Wir kommen der Wahiba Wüste mit ihren hohen Dünen recht nah. In Sur wurden früher die Segelschiffe (Dhaus) der Omanis hergestellt. Leider ist von dieser Tradition, bis auf ein Museum und eine kleine Werft, nichts mehr übrig.
Auf unserer Karte ist die Küstenstraße Richtung Muskat noch als Piste eingezeichnet. Umso überraschter sind wir, eine nagelneue Küstenautobahn vorzufinden. Nach einem kleinen Abstecher ins schöne Wadi Tami erreichen wir am Nachmittag Muskat. Die Hauptstadt unterteilt sich in den Palast- und Regierungsbezirk und Muttrah, den älteren Stadtteil. Hier befindet sich auch der prachtvolle Basar. Die Luft ist geschwängert von Weihrauch und Parfüm. Die Omanis legen viel Wert auf ein gepflegtes Äüßeres. So verwundert es nicht, dass sich ein Großteil der Geschäfte diesem Thema widmet. In Muskat beeindruckt die Mischung zwischen Tradition und Moderne besonders. So ankert im Hafen die luxoriöse Yacht des Sultans und direkt daneben liegen die Dhaus der Fischer. Die Frauen sind teilweise voll verschleiert, haben aber die neuesten Handys. Der moderne Sultanspalast wird eingerahmt von zwei alten Festungsanlagen. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne scheint sehr gut zu funktionieren, denn die Menschen wirken sehr zufrieden.
Interessant und sehenswert sind auch die Sultan Qaboos Moschee, die größte Moschee des Oman für 20.000 Gläubige sowie die Parfümfabrik Amouage, wo das teuerste Parfüm der Welt hergestellt wird.
Wir verlassen den Oman mit einem guten Gefühl und sind gespannt auf Dubai, die Stadt der Superlative. Hier findet man das höchste Gebäude der Welt, die größte Mall, das beste Hotel und bald auch den modernsten und größten Flughafen. Wir haben das Gefühl, die Scheichs erschaffen hier ein wohldurchdachtes „Gesamtkunstwerk“. Auf der anderen Seite gibt es auch hier noch das „alte“ Dubai, den Stadtteil Deira, mit seinem Gold – und Gewürzsouk (Markt), den traditionellen Holzschiffen und dem Fischmarkt am Morgen und Abend.
Von Dubai aus führt uns ein Abstecher nach Abu Dhabi ins Emirates Palace, dem teuersten Hotel der Welt, um einem dort tätigen Alfelder „Hallo“ zu sagen. Auf dem Weg in die Stadt bemerken wir ein Gebäude wie aus 1001 Nacht, das noch im Entstehen ist. Es ist die Sheikh Zayed Moschee, mit Platz für 40.000 Gläubige.
Ihr Sven Bätge
FIRST Reisebüro Alfeld