„Leselust“-Projekt der Volkshochschule Hildesheim und der Sparkasse / VorleserInnen werden gesucht
Die Mädchen und Jungen lauschen gebannt den Worten der Vorleserin. Sie sind zwischen dreieinhalb und sechs Jahren alt und freuen sich jedes Mal, wenn die ältere Dame in ihren Kindergarten kommt, meist schon lange vorher. Zweimal in der Woche heißt es für eine Stunde: zuhören.
Diese Szene aus einem Kindergarten der Hildesheimer Nordstadt beschreibt, wie die Aktion Leselust der Volkshochschule Hildesheim (VHS) funktioniert: Ehrenamtliche Vorleserinnen und –leser werden einem Kindergarten oder einer Grundschule zugeteilt, bekommen Bücher ihrer Wahl zur Verfügung gestellt und lesen denen vor, die noch nicht lesen können.
Sind die Kinder noch jung, erzählen die „Märchentanten und –onkel“ in ihrer eigenen Sprache, was sich in den Geschichten abspielt. Und dann werden – wie zum Beweis – die meist reich bebilderten Bücher der staunenden Zuhörerschar präsentiert. Der Grund: Kinder können sich nicht sehr lange auf Vorgelesenes konzentrieren und werden schnell unruhig.
Begeistern sich die Kinder im Publikum erst einmal für die Geschichten, folgen Bücher mit immer weniger Bildern. Und der nächste Schritt: Sie greifen selbst zu Büchern. Dass dieses Prinzip so funktioniert, beweist die Aktion Leselust seit 2003 in Hildesheim. Bei der VHS-Mitarbeiterin Maria Krolik laufen die Fäden des Projektes zusammen: „Wir wollen vor allem Kinder fördern, die das Vorlesen aus dem familiären Umfeld nicht kennen.“ Jetzt startet die Leselust-Aktion auch in Alfeld und dem ganzen südwestlichen Landkreis Hildesheim.
Der Koordinator für diese Region ist Ekkehard Boerner. Sein Arbeitsplatz ist eigentlich die Mediothek des hiesigen Gymnasiums. „Wir sind in der Vorbereitungsphase“, berichtet er. Im November würden alle Kindergärten, -tagesstätten und Spielkreise zwischen Elze und Freden sowie zwischen Duingen und Lamspringe angeschrieben, um auf die „Leselust“ aufmerksam zu machen. „Schließlich müssen diese Einrichtungen die Räume und Zeiten zur Verfügung stellen“, weiß Ekkehard Börner.
Parallel dazu werden Vorleserinnen und Vorleser gesucht. „Drei haben sich schon gemeldet“, freut sich der Leselust-Koordinator. Viele weitere Ehrenamtliche werden gebraucht. Nur um eine Zahl zu nennen: Derzeit sind in Hildesheim und Umgebung 126 Menschen im Namen der Leselust aktiv.