Liebe Leserinnen und Leser,
Sie wissen es ja eigentlich auch, wir müssen nicht darauf hinweisen: Das Leinebergland ist ein schönes Fleckchen Erde. Aber es wird der Hinweis darauf gestattet sein, dass das Leinebergland zu dieser Jahreszeit besonders schön ist.
Noch bevor die Buchwälder das kräftige Hellgrün ihres Blattwerks aus den Knospen schälen und die Landschaft dominieren, sind es die Obstbäume, die mit ihren weißen Blüten Akzente setzen. Die Wiesen, vorher wie die Felder und Äcker als unscheinbare graubraune Fläche anzusehen, sind wie mit grüner Leuchtfarbe angestrichen.
Gelb – welch´ ein Gelb gibt es derzeit?! Die Blüten des Löwenzahn sprenkeln in pointilistischer Manier die Grünflächen, Forsythien rahmen Wege und Gärten ein. Die Birken haben längst begonnen, ihre grünen Blätter zu treiben und heben sich gegen den blauen Himmel ab. Und besonders schön auch in diesem Jahr wieder: die Magnolien – keine heimische Pflanze, sie ist aus Ostasien und Amerika importiert, aber das muss einen derzeit nicht stören. Die Landschaft ist am Ende dieses Aprils, am Anfang dieses Mais so schön, man möchte ihr einfach nur eine Liebeserklärung aussprechen.
Der blaue Himmel liefert reichlich Entschädigung für vorherigen Wolkenreichtum. Gerade in der Zeit, wo eigentlich eine Aschewolke hätte sichtbar sein sollen, die der Eyjafjallajökull ausgespien hat, war der Himmel besonders blau und friedlich. Keine Flugzeuge konnten das Blau mit ihren Kondenzstreifen durchschneiden. Wem die derzeitige Schönheit der Umgebung noch kein positives Gefühl vermittelt, kann sich immernoch glücklich schätzen, nicht in einem Landstrich mit direkter Vulkantätigkeit oder einem aktiven Erdbebengebiet zu leben. Das ist doch auch schon mal was.
Ach, der Beginn des Frühlings ist einfach ergreifend – jedes Jahr dasselbe aber immer wieder neu und überraschend. Man gibt dem inneren Zwang nach, vor die Haustür zu gehen und Biergärten oder Frühlingsfeste zu besuchen. Niemand stöhnt, es ist zu heiß. An die Hitze des Sommers, die mit ihrer dominanten Art die Natur und die Haut schnell verbrennt, ist noch nicht zu denken. Die Menschen sitzen mit ihren Sonnenbrillen in Straßencafés, neigen ihr Angesicht zum Zentralgestirn und schmunzeln versonnen und genießerisch in sich hinein. Wenn Sie nicht gerade die SIEBEN: lesen, was ja auch keine schlechte Idee wäre.
Bei beiden Tätigkeiten wünscht wieder viel Spaß…
Ihre SIEBEN:
Das Titelbild zeigt Julia A. Noack, die am Freitag, 28. Mai um 21 Uhr im Cafè Live ein Konzert gibt. Foto: Philippe PETITJEAN